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380 kV: Erdkabel-Befürworter lassen die Zeit für sich arbeiten

Koppl und Eugendorf sind zuversichtlich, statt der geplanten Freileitung doch noch ein Kabel zu bekommen. Sie stützen sich auf ein Gutachten.

380 kV: Erdkabel-Befürworter lassen die Zeit für sich arbeiten SN/apg
Die geplante Leitung über den Nockstein

380-Kilovolt-Erdkabel seien "weltweit im Einsatz und Stand der Technik". Das ist die zentrale Feststellung des Hochspannungstechnikers Ernst Gockenbach. Der Professor an der Leibniz Universität Hannover hat im Auftrag der Gemeinden Eugendorf und Koppl ein Gutachten über eine Teilverkabelung erstellt, das am Mittwoch präsentiert wurde. "Es ging nicht darum, ob die Leitung sinnvoll ist, sondern ob man in sensiblen Gebieten mit besonderer Fauna und Flora eine Alternative finden kann", sagte der Deutsche. Alternativen seien in der Umweltverträglichkeitsprüfung unzureichend berücksichtigt worden. Das Land Salzburg hat die 380-kV-Freileitung von Elixhausen nach Kaprun vor einem halben Jahr in erster Instanz genehmigt. Nun ist das Bundesverwaltungsgericht am Zug.

Die Leitung hängt an der Kernfrage "Stand der Technik"

Ob das Kabel Stand der Technik ist, ist die Kernfrage. "Weil der Antrag auf die Freileitung abzuweisen ist, wenn es eine geeignete Alternative gibt, welche die Interessen des Naturschutzes weniger beeinträchtigt", erläuterte der Rechtsanwalt der beiden Gemeinden, Adolf Concin. Das Gebiet um den Nockstein bei Koppl sei von der Vogelkunde und dem Landschaftsschutz her "eindeutig höchstsensibel". Der Anwalt schätzt grob, dass die zweite Instanz zwei bis drei Jahre brauchen könnte. "Die Zeit arbeitet für uns."

Die Kosten würden laut Kabelexperten drei bis fünf Mal so hoch sein wie für die Freileitung. Es gehe aber nur um annähernd zehn Kilometer Erdkabel. Eine Vollverkabelung sei nie das Thema gewesen. Bezogen auf die gesamte Strecke wäre die Teilverkabelung nur 1,2 bis 1,5 Mal so teuer.

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