Politik

380-kV-Kabel soll an der Autobahn verlegt werden

Die Gegner der geplanten Freileitung bevorzugen eine Erdverkabelung entlang der Tauernautobahn und der Pinzgauer Bundesstraße.

 SN/Robert Ratzer

Die Salzburger Kämpfer für das Erdkabel unternehmen - mit fachlicher Hilfe aus Deutschland - einen weiteren Vorstoß, um die 380-kV-Freileitung doch noch verhindern zu können. Die Kabeltrasse könnte entlang der Tauernautobahn und der B 311, an der Salzach oder entlang von Gasleitungen führen.

Der norddeutsche Kabelexperte Ingo Rennert - er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Infranetz AG in der Nähe von Wolfsburg - hat für die Salzburger Interessengemeinschaft Erdkabel Vorschläge erarbeitet. Eine dieser Varianten ist eine Wechselstromtrasse von Elixhausen östlich an der Stadt Salzburg vorbei und ab Salzburg Süd einseitig oder beidseitig im Nahbereich der A 10 sowie in der Folge nahe der B 311 bis Kaprun.

Vorschlag für deutsches Projekt soll Vorbild für Salzburg sein

"Wo eine Gaspipeline möglich ist, sind auch zwei Kabelgräben von 90 Zentimetern Breite, gefräst mit 2,6 Meter breiten Felsfräsen, möglich", versicherte Rennert der IG Erdkabel um Präsident Theodor Seebacher. "Sofern eine Klamm zu queren ist, baut man Kabelbrücken mit Schutzrohren", sagt der Kabelexperte. Als Vorbild soll Salzburg das Projekt Südlink in Deutschland dienen, genauer gesagt der Infranetz-Vorschlag "für ein minimalinvasives Drehstromsystem, das man in ähnlicher Form auch für die Vollverkabelung der Salzburgleitung anwenden kann". Der Autobahn-Nahbereich wird mit 40 bis 200 Metern definiert. Das Erdkabelsystem wäre naturschutzfachlich schneller genehmigungsfähig als eine Freileitung.

Anstatt zwölf Kabel, wie bei der Pilot-Teilverkabelung in Raesfeld (D), würde die Vollvariante mit sechs Kabeln das Auslangen finden, so Rennert. Teilverkabelungen mit Endverschlüssen in freier Witterung und mit Überspannungsableitern könne er aus blitzschutztechnischen Gründen keinesfalls empfehlen. "Ein Durchschlag könnte die Kabel wegen der unterschiedlichen Wellenwiderstände auf ganzer Länge zerstören."

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