Politik

4830 Salzburger traten 2017 aus der Kirche aus

Anzahl der Kirchenaustritte in Erzdiözese Salzburg ist leicht angestiegen. Mit 5,7 Millionen Euro wird ein großer Brocken des aktuellen Budgets wird für Kirchenrenovierungen verwendet.

Erzbischof Franz Lackner erinnert an das längst vergessene Gut der Religionsfreiheit. SN/robert ratzer
Erzbischof Franz Lackner erinnert an das längst vergessene Gut der Religionsfreiheit.

In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Diözesankirchenrat einstimmig das Budget 2018, das mit 52,095 Millionen Euro ausgeglichen erstellt ist. 2017 waren es 50,939 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,26 Prozent. Das Baubudget wurde aufgestockt und soll die Renovierung zahlreicher Kirchengebäude sicherstellen. Sowohl bei den Kirchenaustritten, als auch bei den Eintritten wird ein kleiner Anstieg verzeichnet.

"Das Budget baut auf das Vertrauen der Gläubigen, die uns ihren Kirchenbeitrag zur Verfügung stellen", betont Finanzkammerdirektor Josef Lidicky. 88,04 Prozent der Einnahmen (45,868 Millionen Euro, 2017: 44,63 Millionen Euro) kommen von den 300.000 Kirchenbeitragszahlern, die damit die Seelsorge und Erhaltung der kirchlichen Gebäude in den 210 Pfarrgemeinden der Erzdiözese sichern. "Die Leistungen der Kirche sind vielfältig. Entscheidend ist, dass wir die Botschaft Jesu zu den Menschen bringen - Priester, Diakone und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen bemühen sich darum", so Lidicky. Rund 790 Personen werden durch den Kirchenbeitrag gänzlich oder teilweise finanziert. Die Personalkosten werden sich auf 30,696 Millionen Euro belaufen.

Im Jahr 2017 haben insgesamt 4830 Personen die katholische Kirche in der Erzdiözese verlassen, das ist ein Anstieg um 219 Personen im Vergleich zu 2016 (4611). Hingegen traten im Vorjahr 506 (2016: 454) Personen neu oder wieder in die katholische Kirche ein. Die Gesamtzahl der Katholiken in den 210 Pfarrgemeinden der Erzdiözese ist im Vergleich zu 2016 (470.141) um 1495 auf 468.646 zurückgegangen. Im Vorjahr widerriefen weiters 34 Personen ihren Austritt aus der katholischen Kirche.

"Jeder Weggang schmerzt"

"Das Zweite Vatikanum hat uns das leider lang vergessene Gut der Religionsfreiheit gebracht. Das wollen wir nicht nur respektieren, sondern auch achten und bewahren. Davon unbeschadet schmerzt jeder Weggang von der katholischen Kirche. So weit es gewünscht ist, wollen wir mit den Ausgetretenen in Kontakt bleiben. Die Tür zum Wiedereintritt ist weit geöffnet. Die Kirche ist eine verbeulte Institution, dennoch - ohne Schuld und Fehler schön reden zu wollen - bewahrt sie in nicht ganz reinen Gefäßen ein kostbares Gut, den Glauben an einen menschenfreundlichen Gott", so Erzbischof Franz Lackner in einer Stellungnahme.

Viele Renovierungen nötig

Im Vergleich zu 2017 (5,507 Millionen Euro) wurde das Baubudget 2018 um 3,5 Prozent auf 5,7 Millionen Euro erhöht. Rund 700 Kirchen und kirchliche Gebäude gehören zur Erzdiözese. "Insgesamt sind 182 Bauansuchen aus Pfarren und diözesanen Einrichtungen eingelangt", sagt Lidicky. So sind Finanzmittel für Kirchenrenovierungen in Adnet, Bad Hofgastein, Bischofshofen (Filialkirche Buchberg), Böckstein, Salzburg-Gneis, Großarl, Salzburg-Herrnau, Lamprechtshausen (Filialkirche Maria im Mösl), Lend, Maria Bühel, Ramingstein (Filialkirche Hollenstein) und Unken vorgesehen. Zudem müssen Sanierungen im Salzburger Dom und in der St.-Johannes-Kirche (Landeskrankenhaus) vorgenommen werden. Renoviert werden die Pfarrhöfe bzw. Pfarrheime Bergheim, Bucheben, Krimml (Generalsanierung), Neualm, Puch, Rauris, St. Vitalis und Bad Vigaun. Der Pfarrhof in Fuschl wird neu gebaut.

(SN)

Aufgerufen am 19.06.2018 um 07:27 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/4830-salzburger-traten-2017-aus-der-kirche-aus-22733182

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