80 oder 100 - die ÖVP wird ein Signal setzen

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Standpunkt Hermann Fröschl

Wir wagen eine Prognose: Der neue ÖVP-Verkehrslandesrat Stefan Schnöll wird Tempo 80 auf der Westautobahn im Stadtgebiet lockern und Autofahrern wieder Tempo 100 erlauben. Für Lkw wird weiter der 80er gelten. Schnöll wird das mit Unfalldaten begründen, wonach es mit dem 80er mehr Unfälle, speziell beim Fahrspurwechsel und mit Lkw, gebe.

Schon jetzt lässt sich aber festhalten: Die Unfallzahlen, die im Chiemseehof derzeit intensiv bewertet, vertieft, analysiert werden, ergeben in Wahrheit kein klares Bild. Die Steigerung der Unfallzahlen ist eher gering, und sie konzentriert sich auf zwei neuralgische Punkte - nämlich die Auf- und Abfahrten bei Salzburg-Nord und Salzburg-West (Wals-Siezenheim). Zugleich gibt es aber weniger schwere Unfälle. Und - was kaum noch wer beachtet - die Schadstoffbelastung ist gesunken.

Wenn die Unfallzahlen dem Landesrat also kein klares Handlungsbild liefern, wird eine Abkehr von Tempo 80 zur symbolträchtigen Entscheidung: Gegen den Umweltschutz. Gegen die Politik von Astrid Rössler. Gegen unpopuläre Maßnahmen.

Bleibt die Frage, wie Wilfried Haslauer und sein neuer Verkehrslandesrat das dem grünen Koalitionspartner erklären. Die erste Kraftprobe der neuen Regierung steht ins Haus. Mit einer ÖVP, die zeigen wird, wer im Chiemseehof das Steuer hält.

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