Politik

Airbnb in Sozialwohnung: Stadt Salzburg kündigt erstmals einem Mieter

Ein Salzburger hatte seine Sozialwohnung um 29 Euro pro Nacht und Person weiter vermietet. Es sei der erste bekannte Fall in einer Wohnung im Eigentum der Stadt Salzburg.

Symbolbild. SN/Jens Kalaene / dpa / picturedesk.com
Symbolbild.

Beschwerden von aufmerksamen und wohl auch verärgerten Nachbarn haben den Fall ins Rollen gebracht: Seit drei Jahren dürfte ein Mieter einer stadteigenen günstigen Wohnung in Lehen über Airbnb zumindest einen Raum seiner Unterkunft für Touristen weitervermietet haben.

Das Geschäft habe floriert, heißt es in einer Aussendung der Stadt Salzburg. Das würden die Bewertungen auf der Airbnb-Plattform für den ertappten Gastgeber beweisen. Pro Gast und Nacht soll er 29 Euro berechnet haben, zudem verlangte er eine Reinigungs-Pauschale von 10 Euro. Bei einer Vollbelegung sei so theoretisch eine Monats-Einnahme von mehr als 1700 Euro möglich - ein Vielfaches der Sozialmiete für die 44-Quadratmeter-Wohnung.

Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) zeigte sich empört: "Das geht natürlich überhaupt nicht. Da greifen wir hart durch. Sich an günstigen Wohnungen zu bereichern, ist völlig inakzeptabel."

Ein Kündigungsschreiben an den Mieter sei bereits unterwegs. In den Mietverträgen für städtische Wohnungen sei ein Verbot von Untervermietung klar festgelegt. Erst vor Weihnachten 2018 hätten GSWB und die Verwaltung der stadteigenen Sozialwohnungen in einem Rundschreiben sehr deutlich auf dieses "Airbnb & Co"-Verbot aufmerksam gemacht.

Der aktuelle Fall sei der erste im Bereich der stadteigenen Wohnungen, heißt es in der Aussendung.

Bei anderen Wohnbaugenossenschaften sind ebenfalls Fälle wegen Untervermietung über Web-Plattformen anhängig. Zuletzt war im Jänner ein entsprechender Fall bei einer Wohnung der Gswb bekannt geworden: Die Frau hatte 49 Euro pro Nacht kassiert. Ihr wurde mittlerweile ebenfalls gekündigt. Es war bereits der zweite Fall einer über AirBnB vermieteten Wohnung der Gswb in der Stadt Salzburg.

Quelle: SN

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