Politik

AK: 3000 Kinder in Salzburg von Kürzungen in der neuen Mindestsicherung betroffen

Die Arbeiterkammer rechnet vor, dass Kinder weniger zu Essen und weniger Geld für Kleidung hätten, wenn die Neuerungen in der Mindestsicherung umgesetzt werden.

AK-Direktor-Stellvertreterin Cornelia Schmidjell übt heftige Kritik am neuen Mindestsicherungsgesetz der Bundesregierung.  SN/robert ratzer
AK-Direktor-Stellvertreterin Cornelia Schmidjell übt heftige Kritik am neuen Mindestsicherungsgesetz der Bundesregierung.

Die bundesweit einheitliche, neue Mindestsicherung der schwarz-blauen Bundesregierung ist eben präsentiert worden. Für 3000 Kinder in Salzburg sei sie existenzgefährdend, sagt nur die Salzburger Arbeiterkammer. "Es sind Kinder, die schon jetzt weniger Chancen auf Bildung, sozialen Aufstieg oder auch nur eine gute Ausbildung haben als alle anderen. Kinder, die wohl auf keinen Schulausflug mehr mitfahren können. Kinder, deren sozialen Status man mitunter am Gewand erkennen wird - im schlimmsten Fall am Gesundheitszustand", warnt AK-Direktor-Stellvertreterin Cornelia Schmidjell: "Wenn das Gesetz wirklich wird, was der Ministerrats-Beschluss erwarten lässt, dann wird hier nicht gespart. Hier wird die Zukunft zerstört!"

Hauptbetroffen seien Familien

9112 Personen im Bundesland Salzburg würden demnach Mindestsicherung beziehen. Die AK spricht nun von Sozialabbau dem Rücken der Schwächsten.

"Hauptbetroffen sind potenziell alle Familien mit zwei und mehr Kindern in Österreich - ihnen und damit auch ihren Kindern drohen existenzielle Einbußen. Jede dritte Person, die in Salzburg Mindestsicherung bezieht, ist ein Kind. Und: Schon jetzt ist jedes 4. Kind im Bundesland armutsgefährdet."

Weniger Geld für Essen und Kleidung

AK-Sozialexpertin Eva Stöckl: "Künftig ist ein größerer Anteil der Mindestsicherung für Wohnkosten vorgesehen. Das bedeutet, dass alle, die sie beziehen, mit deutlich weniger Geld für Essen, Kleidung und Freizeit auskommen müssen. Offen ist auch, ob Salzburg überhaupt noch zusätzliche Wohnkosten in der aktuellen Höhe gewährt." AK-Direktor Stellvertreterin Schmidjell: "Kommt die massive Kürzung der Mindestsicherung wirklich als Gesetz, dann treibt die Regierung viele Eltern und Kinder sehenden Auges in die Armut. Und das obwohl dieses letzte Sicherheitsnetz vor dem sozialen Absturz weniger als ein Prozent aller Sozialausgaben ausmacht. Hier ist nichts zu holen, ohne gleich an die Substanz der Menschen zu gehen. Ist das wirklich die Politik, die Österreich braucht. Die die hier lebenden Menschen brauchen?"

Quelle: SN

Aufgerufen am 30.11.2020 um 12:21 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/ak-3000-kinder-in-salzburg-von-kuerzungen-in-der-neuen-mindestsicherung-betroffen-61643536

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