Politik

AK-Kritik an "Mietwucher": Kleingarconniere um 510 Euro Miete

Dass das Land das selbstgesteckte Ziel, heuer 900 Mietwohnungen mit Wohnbauförderung zu unterstützen, klar verfehlt, ärgert AK-Präsident Peter Eder. Und er verweist auf Auswüchse wie eine 26-m2-Garconniere um 510 Euro Warmmiete.

AK-Präsident Peter Eder fordert vom Land den Bau von mehr geförderten Mietwohnungen.  SN/robert ratzer
AK-Präsident Peter Eder fordert vom Land den Bau von mehr geförderten Mietwohnungen.

Dass das Land heuer bis 1. Oktober nur 149 Mietwohnungen mittels Wohnbauförderung mitfinanziert - statt der bis Jahresende geplanten 900 - führt zu harscher Kritik: Arbeiterkammer-Präsident Peter Eder (SPÖ) mahnt, dass "die Politik ihre Hausaufgaben nicht macht." Seiner Ansicht nach müssten sogar 1000 geförderte Mietwohnungen pro Jahr neu gebaut werden, um den Preisanstieg zu dämpfen. Als Beispiel für den laut AK um sich greifenden "Mietwucher" wird auf einen Lehrling verwiesen: Dieser erläutert auf SN-Nachfrage, dass er pro Monat samt Heizung, Warmwasser und Strom 550 Euro für seine nur 26 m22 große Garconniere in Aigen berappt: "Ich verdiene derzeit 1160 Euro im Monat. Inklusive Internet und Handy habe ich fast 600 Euro Wohnfixkosten im Monat. Die fressen über die Hälfte des Einkommens auf. Dazu kommen noch die Kosten fürs Essen etc. Ein Auto könnte ich mir gar nicht leisten", sagt er.

Als Reaktion fordert Eder eine aktive Bodenpolitik - und lobt, dass das Land heuer der Landinvest mehr Geld dafür zur Verfügung stellt. Auch FSG-Vorsitzender LAbg. Gerald Forcher (SPÖ) kritisiert: "2019 wird als schwarzes Jahr für die Wohnbaupolitik in die Geschichte eingehen." Dass Stadt und Land vermehrt auf Eigentumswohnungen setzen, löse das Problem nicht, so Forcher.

Und Eder ergänzt, dass das Land dringend die Zuschüsse für den Bau von geförderten Mietwohnungen von 800 auf über 1200 Euro/m22 anheben müsse.

Dem kann auch der Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen, Christian Wintersteller (GSWB), viel abgewinnen: "Je höher der Zuschuss, umso billiger die Miete. Aber davon wird die Menge der gebauten Wohnungen noch nicht mehr." Hauptproblem seien die hohen Bodenpreise: "Es müssen sich die Gemeinden, die Bedarf haben, um günstige Gründe kümmern." Gemeinnützige dürften aus dem Titel der Grundkosten in der Stadt maximal zwei Euro/m22 in der Miete weiterverrechnen. Es gibt aber noch eine Stellschraube: "Je höher die Bebauungsdichte ist, umso mehr können wir für Gründe zahlen. Aber man kann nicht überall sechs Geschoße hoch bauen."

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