Politik

AK-Wahl in Salzburg: ÖVP- Fraktion holt Platz zwei zurück, FSG und Grüne verlieren leicht

Die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter verliert zwei Mandate, kann aber die absolute Mehrheit klar halten. Auf Platz zwei hat sich die schwarze FCG/ÖAAB-Fraktion zurückgekämpft.

Peter Eder (FSG), Nachfolger von Langzeitpräsident Sigi Pichler,
wurde als Präsident der Salzburger Arbeiterkammer wiedergewählt. Das Ergebnis wurde Samstagvormittag verkündet. Eder holte 65,04 Prozent der Stimmen und 47 von 70 Mandaten im AK-Parlament. Das bedeutet einen Verlust von zwei Mandaten - was Eder dennoch als großen Erfolg bewertet.

Vorläufiges Endergebnis der AK-Wahl SN/ak
Vorläufiges Endergebnis der AK-Wahl

Der ÖAAB mit Spitzenkandidat Hans Grünwald kam auf 10 Mandate, was einen Zugewinn um drei Mandate darstellt. Die Freiheitlichen mit Spitzenkandidat
Friedrich Kößler hielten ihre acht Mandate, die grüne AUGE (Klaus Brandhuber) verlor ein Mandat und erhielt noch vier, Brigitte Promberger vom Gewerkschaftlichen Linksblock bleibt bei einem Mandat.


Eine erste Stellungnahme von Eder: "Ich habe mir das angeschaut - ein Minus ist zwar nie super. Aber ich bin erst seit elf Monaten Präsident, und war
nicht so bekannt in Salzburg, es war schwer, so schnell die nötige Präsenz zu bekommen. Aber es ist uns gelungen. Seit 1949 gibt es außer Sigi Pichler keinen
Präsidenten mit so einem guten Ergebnis. In anderen Bundesländern gibt es auch den Trend, dass die stärksten AK-Fraktionen eher verlieren. Ich bin also wirklich dankbar." Sein Fokus in den kommenden Jahren: Die guten Errungenschaften zu halten. "Vom Steuerlöscher bis zur Wintersachenbörse. Wo wir nicht nachlassen dürfen, das ist der Konsumentenschutz. Der wird in Zeiten des Onlinehandels immer wichtiger. Und auch der Rechtsschutz beim Arbeitsrecht, der ist zu gewährleisten."

AK-Präsident Peter Eder konnte die absolute Mehrheit verteidigen.  SN/Franz Neumayr
AK-Präsident Peter Eder konnte die absolute Mehrheit verteidigen.

Und, so Eder weiter: "Was wir tun müssen: Näher zum Mitglied hingehen, ganz niederschwellige Beratung anbieten. So dass ein Arbeitnehmer nicht von Krimml nach Salzburg fahren muss, damit er eine Beratung bekommt."

Viele Hilfeschreie seien vor allem aus der Gastronomie und den Landeskliniken zu hören, für Beratung sei daher ein Ausbau des Expertenstabes das Ziel. Vielleicht könne man mit Gütesiegeln den Lehrberuf wieder attraktiver machen, "da müssen wir schauen, ob wir nicht etwas zusammenbringen. Da bin ich im Gespräch mit der Hoteliersvereinigung."

Auch ÖAAB/FCG-Kandidat Hans Grünwald dankte den Wählern, die "uns einen Auftrag erteilt haben". Er wolle nun eine starke Kontrollfunktion in der Kammer wahrnehmen. "Und ich biete dem Peter, dem neuen Präsident, eine
konstruktive Zusammenarbeit an."

Die Spitzenkandidaten der fünf Listen von links nach rechts: Brigitte Promberger (GLB), Klaus Brandhuber (AUGE), Friedrich Kößler (Freiheitliche), Hans Grünwald (ÖAAB/FCG) und Peter Eder (FSG).  SN/Franz Neumayr
Die Spitzenkandidaten der fünf Listen von links nach rechts: Brigitte Promberger (GLB), Klaus Brandhuber (AUGE), Friedrich Kößler (Freiheitliche), Hans Grünwald (ÖAAB/FCG) und Peter Eder (FSG).

Der Freiheitliche Friedrich Kößler sagte, seine Fraktion habe im Wahlkampf keine so starke Präsenz zeigen können, dennoch sei der Stimmenstand halbwegs gehalten worden. Er dankte allen Kandidaten "für einen fairen Wahlkampf". Er wolle keine "Koalitionsbildungen" innerhalb der AK, sondern dass "wir gemeinsam arbeiten für die Leute".

AUGE-Kandidat Klaus Brandhuber sagte, es sei schwer gewesen, nach 25 "Dienstjahren" des vorigen AUGE-Spitzenkandidaten Robert Müllner
die Stimmenzahl zu halten. Auch das sei annähernd gelungen. "Jetzt freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit", sagte Brandhuber.

Brigitte Promberger vom Linksblock zeigte sich über das Ergebnis positiv überrascht. "Die viele Arbeit hat sich ausgezahlt." Auch sie betonte, dass alle Kandidaten dieselben Ziele verfolgen würden - "nur in den Wegen haben wir manchmal andere Vorstellungen. Ich werde also weiterhin versuchen, in der AK andere Perspektiven aufzuzeigen."

Mehr als 200.000 Salzburgerinnen und Salzburger waren von 28. Jänner bis 8. Februar bei der AK-Wahl wahlberechtigt. Die Wahl findet alle fünf Jahre statt und entscheidet die Zusammensetzung der Vollversammlung in der Arbeiterkammer – der gesetzlichen Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.  SN/robert ratzer
Mehr als 200.000 Salzburgerinnen und Salzburger waren von 28. Jänner bis 8. Februar bei der AK-Wahl wahlberechtigt. Die Wahl findet alle fünf Jahre statt und entscheidet die Zusammensetzung der Vollversammlung in der Arbeiterkammer – der gesetzlichen Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Wahlbeteiligung blieb auch dieses Jahr sehr niedrig

214.797 Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren wahlberechtigt. Das sind um rund 13.000 mehr wie noch vor 5 Jahren. Trotzdem blieb die Wahlbeteiligung gegenüber 2014 annähernd gleich. Sie wird nach dem Eintreffen der restlichen Wahlkarten am Montag bei knapp 35 Prozent liegen. Das amtliche Endergebnis wird am Dienstag, 12. Februar 2019, feststehen, wenn auch die Wahlkarten, die am Montag noch eintreffen, ausgezählt sind. Die konstituierende Vollversammlung der AK ist für 19. März geplant.

Das vorläufige Endergebnis der AK-Wahl im Überblick:

  • FSG, Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter. Spitzenkandidat Peter Eder: 65,04 Prozent (47 Mandate, minus 2)
  • FCG/ÖAAB, die schwarzen Arbeitnehmer. Spitzenkandidat Hans Grünwald: 14,28 Prozent (10 Mandate, plus 3)
  • FA, Freiheitliche Arbeitnehmer. Spitzenkandidat Friedrich Kößler: 12,2 Prozent (8 Mandate)
  • AUGE, alternative, grüne und unabhängige Gewerkschafter. Spitzenkandidat Klaus Brandhuber: 6,73 Prozent (4 Mandate, minus 1)
  • GLB, Gewerkschaftlicher Linksblock. Spitzenkandidatin Brigitte Promberger: 1,75 Prozent (1 Mandat)
Mandatsverteilung.  SN/ak
Mandatsverteilung.
Quelle: SN

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