Politik

Allein oder mit den Grödigern? Anifer BMX-Strecke als Politikum

Soll Anif seine geplante Pumptrack-Radstrecke für Kinder allein durchziehen? Oder hätte man das Projekt über den Sommer noch prüfen und eventuell Alternativen abwägen sollen - oder auch mit dem Nachbarort Grödig, der Ähnliches plant, kooperieren sollen? Darüber gibt es in der Anifer Gemeindestube nun verschiedene Ansichten - und das, obwohl das Projekt bereits in Bau ist.

Der Anifer Vizebgm. Thomas Schnöll (ÖVP) wäre für eine Kooperation mit Grödig gewesen.  SN/robert ratzer
Der Anifer Vizebgm. Thomas Schnöll (ÖVP) wäre für eine Kooperation mit Grödig gewesen.

Über die Sommerferien ist Anif dabei, bei der neuen Volksschule um 40.000 Euro einen 300 m22 großen Pumptrack samt BMX-Strecke zu errichten, auf der sich die Kinder am Fahrrad austoben können. Der Beschluss erfolgte vor dem Sommer in der Gemeindevertretung - gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ.

ÖVP-Vizebgm. Thomas Schnöll ist es auch, der nun das Projekt öffentlich anzweifelt. Ursache dafür seien auch einige Facebook-Kommentare, die die ÖVP-Ablehnung des Projekts kritisierten. Schnöll: "Wir sind nicht gegen Projekte für Kinder an sich. Aber ich finde die jetzige Lösung unkreativ. Denn die Frage ist, ob drei solcher Radsportanlagen binnen weniger Quadratkilometer sinnvoll sind und ob nicht ein großes Klettergerüst oder ein tolles Trampolin eine Alternative gewesen wäre?" Denn es gebe bereits im nahen Halleiner Ortsteil Rif einen ähnlichen Pumptrack, betont Schnöll. Und der Grödiger Bgm. Herbert Schober (Liste VP und Parteifreie) bestätigt, dass in seinem Ort derzeit eine ähnliche Anlage gebaut werde: "Wir planen zwei Pumptracks bei unserem Skaterpark, einen für Drei- bis Zehnjährige; einen für die größeren Kinder." Im Herbst sei Baubeginn; im Idealfall solle die Anlage, die samt Spielgeräten und einem neuen Mobilitätspark 350.000 Euro kosten werde, noch vor Weihnachten fertig sein. Schober betont zudem, dass beide Projekte gemeindeübergreifend geplant worden seien: "Dazu gibt es zwei gemeinsame Förderanträge ans Land." Zudem sei der Grödiger Standort direkt an der Gemeindegrenze zu Anif: "Es wäre denkbar gewesen, dass Anif bei uns mitzahlt. Denn irgendwann muss man mit dem Kirchturmdenken aufhören. Warum Anif jetzt eine eigene Pumptrack macht, verstehe ich nicht."

Die Anifer Bürgermeisterin Gabriella Gehmacher-Leitner (Liste Krüger) widerspricht: "Es war nie ein gemeindeübergreifendes Projekt geplant, weil für uns klar war, dass so ein Pumptrack bei unserem Bildungsgelände sein muss, wo Volksschule, Kindergarten und Hort untergebracht sind. Denn man kann den Pädagoginnen nicht zumuten, dass die mit ihren Kindern extra für den Turnunterricht, bei dem diese Anlage auch genutzt wird, nach Grödig rüberfahren." Zudem sei ein solches Angebot ein Wunsch der Kinder wie auch der Pädagoginnen gewesen: "Auch die Reaktion der Eltern ist sehr positiv. Aber leider ist dieses Projekt ein Politikum geworden." Zudem hätten gerade die Eltern kleinerer Kinder oft nicht die Zeit oder die Möglichkeit, ihre Kinder per Auto zum Pumptrack nach Grödig zu fahren. Auch die bei gemeindeübergreifenden Projekten vom Land von zehn auf 12,5 Prozent erhöhte Förderung ist für Gehmacher-Leitner kein Argument: "Bei uns wären das nur 1000 Euro mehr Förderung gewesen. Da wäre es nicht dafürgestanden, dafür das Projekt um Monate zu verzögern." Ziel sei gewesen, den Sommer zu nutzen, damit die Anlage im Herbst fertig sei, sagt sie.

Aufgerufen am 21.10.2021 um 02:58 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/allein-oder-mit-den-groedigern-anifer-bmx-strecke-als-politikum-107145724

Die Leube-Gruppe in Grödig kauft zwei weitere Firmen

Die Leube-Gruppe in Grödig kauft zwei weitere Firmen

Das Unternehmen setzt die Zukäufe auf dem Markt fort: Jetzt wurden die Wörndl GmbH in Plainfeld und die Burgstaller Beton GmbH in Taiskirchen gekauft. Leube übernimmt alle Mitarbeiter. Die zwei Firmen agieren …

KTM gibt Gas mit dem E-Motorrad

KTM gibt Gas mit dem E-Motorrad

In Anif-Niederalm entwickeln 140 KTM-Mitarbeiter die elektrische Zukunft des Motorrads. 2023 sollen die ersten Modelle in Serie gehen.

Kommentare

Schlagzeilen