Politik

"Angst und Schrecken": Flughafen-Aufsichtsrat attackiert Stöckl

Der Streit zwischen zwei ÖVP-Männern im Aufsichtsrat des Flughafens eskaliert. Anton Bucek fordert Christian Stöckl nun öffentlich zum Rücktritt auf.

Flughafen-Aufsichtsrat Anton Bucek gegen LH-Stv. Christian Stöckl (kleines Bild).  SN/eva hammerer, robert ratzer
Flughafen-Aufsichtsrat Anton Bucek gegen LH-Stv. Christian Stöckl (kleines Bild).

Mit einem offenen Brief hat sich am Sonntag Flughafen-Aufsichtsrat Anton Bucek (70) zu Wort gemeldet. In seinem Schreiben wirft Bucek, Ex-ÖVP-Gemeinderat in der Landeshauptstadt, LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) in dessen Funktion als Aufsichtsratschef schwere Versäumnisse vor: Er habe feststellen müssen, dass Stöckl schlecht vorbereitet sei und sich nicht um die Probleme des Flughafens kümmere. "In den vergangenen fünf Jahren haben Sie das Gefühl verbreitet, dass Angst und Schrecken, also gefühlte Repression, Maxime ihres Führungsstiles ist", schreibt Bucek.

Weiters kritisiert der 70-Jährige, dass Stöckl es verabsäumt habe, im Fluglärmstreit Maßnahmen gegen die drohende Durchführungsverordnung (DVO) der deutschen Seite zu ergreifen. Außerdem sei es durch den Wechsel im Flughafen-Management zu "Leerläufen in der Kundenakquisition und Kundenpflege" und daher zum ausgedünnten Sommerflugplan 2018 gekommen. Am Ende des Schreibens fordert Bucek Stöckl zum Rücktritt als Aufsichtsratschef auf. Stöckl wird Bucek nach 35 Jahren nicht mehr in den Aufsichtsrat entsenden, so viel steht fest. Das sei aber nicht der Hintergrund des Schreibens, meint Bucek. "Nein, ich bin keine beleidigte Leberwurst."

Christian Stöckl sagt zur Kritik nur so viel: "Herr Bucek hat ein Problem. Er hat uns schon längere Zeit bombardiert, weil er unbedingt im Aufsichtsrat bleiben will. Er spürt offensichtlich, dass seine Zeit gekommen ist, und schlägt wild um sich." Auch in der letzten Aufsichtsratssitzung habe sich Bucek kontraproduktiv benommen, sagt Stöckl: "Er will uns schlechtmachen, weil er weiß, dass ich ihn nicht mehr bestelle. Er hat nur ein Thema - die Paris-Verbindung. Das ist egoistisch, weil seine Tochter dort wohnt und er oft dort hinfliegt."

Die Vorwürfe in puncto Führungsstil und DVO weist Stöckl als "lächerlich" zurück. Nachsatz: "Bucek ist ein frustrierter alter Mann." Der LH-Stellvertreter kündigt an, dass es weitere Änderungen im Aufsichtsrat geben wird. Denn bisher saßen auch Günter Oblasser (Anrainerschutzverband) sowie Brauerei-Chef Josef Sigl sen., die beide von den Grünen vorgeschlagen wurden, im Gremium. Stöckl: "Wir sind dabei, die Aufsichtsräte in allen landesnahen Gesellschaften neu zu besetzen. Dabei werden wir die Gremien auch verjüngen." Konkrete Namen wollte er noch nicht nennen. Beim Flughafen wolle er aber weiterhin selbst Aufsichtsratschef bleiben, "weil ich gut eingearbeitet bin".


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Aufgerufen am 18.10.2018 um 06:13 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/angst-und-schrecken-flughafen-aufsichtsrat-attackiert-stoeckl-29315548

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