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Auch Fachärzte machen Druck für die Psychiatrie

Landes-Gesundheitsreferent Christian Stöckl verweist auf den Personalmangel und die Sozialversicherung.

Auch Fachärzte machen Druck für die Psychiatrie SN/kh schwarzach
Primar Marc Keglevic mit einer Patientin im KH Schwarzach

Nach Spitalsärzten wenden sich jetzt auch niedergelassene Psychiatrie-Fachärzte an die Landesregierung. In einem "offenen Brief zur Notlage psychisch kranker Menschen und deren Helfer innergebirg" fordern sie eine bessere Gesamtversorgung.

Dem Gesundheitsreferenten LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) werfen sie "schmerzliche Uninformiertheit" vor. Stöckls Vorschlag, 20 Betten in St. Veit stationär zu nutzen, wäre nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Den Brief haben die Ärzte Ingolf Bühler aus Mittersill, Kurt Latzelsberger aus Saalfelden, Michael Lederer aus Bischofshofen und Markus Masoner aus St. Johann unterzeichnet. Die vier Mediziner verlangen "mindestens 83 Betten bzw. Behandlungsplätze mit ausreichendem Raumangebot für die spezifischen Behandlungserfordernisse inklusive Tagesklinik am Schwerpunktkrankenhaus Schwarzach".

Parallel zum stationären Ausbau müsse außerhalb ein effizientes Behandlungssystem für komplex psychisch kranke Menschen aufgebaut werden. "Fachleute erarbeiten mit Betroffenen und Angehörigen seit mehr als zehn Jahren nach effizienten Vorbildern Konzepte für die Region."

Die außerstationären Fachärzte würden seit vielen Jahren die Nöte der tausenden psychisch leidenden Menschen und Angehörigen im Pinzgau, Pongau und Lungau wahrnehmen. "Wir versuchen, so gut es geht zu helfen". Fatale Folgen der derzeitigen Situation seien Leidenszustände bis zu chronischen Erkrankungen mit unnötigen Pensionierungen und Sozialhilfeunterstützungen, erhöhte Medikamentendosierungen mangels menschlicher Ressourcen, abschreckende Arbeitsbedingungen und damit der Abgang von Personal.

Christian Stöckl weist die Vorwürfe zurück. Eine Forderung sei die eine Seite, die Umsetzbarkeit die andere. Für den niedergelassenen Bereich sei die Sozialversicherung zuständig. Dennoch habe das Land mit der Sozialversicherung eine Studie in Auftrag gegeben, um die Angebote besser zu vernetzen. "Wir sind auch dabei, das Angebot auszuweiten. Allerdings ist es eine Tatsache, dass die Psychiatrie ein Mangelfach ist und wir viel zu wenig Fachärzte haben, um die gewünschten Stellen auch bedienen zu können."

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