Politik

Aufstand der Anästhesie soll "erst der Beginn" sein

Am Tag nach der Drohung der Anästhesisten mit einem Arbeitskampf liefen bei den zuständigen die Drähte heiß. Von der Politik gab es eine Zusage.

Aufstand der Anästhesie soll "erst der Beginn" sein SN/Andreas Kolarik
Unter den Ärzten der Salzburger Landeskliniken rumort es.


Bei Hermann Schaubmair liefen am Freitag die Telefonleitungen heiß. Schaubmair ist Oberarzt an der Abteilung für Anästhesie in den Salzburger Landeskliniken und gleichzeitig Ärztevertreter. Er stand zudem als Kontaktperson auf jenem Schreiben, das 75 Anästhesisten am Donnerstag an ihre Kollegen schickten.

Die Ärzte fordern darin mehr Grundgehalt und drohten auch mit Arbeitskampf. "Die anderen Abteilungen wurden dadurch aufgeweckt, es gab sehr viel positive Resonanz auf unser Papier", sagt Schaubmair. Er glaubt, dass es auch öffentliche Reaktionen von anderen Spitalsärzten geben könnte. "Das ist erst der Beginn."

Für Schaubmair geht es in dieser Diskussion um mehr als nur um den Gehaltszettel. "Das ist ein gesamtösterreichisches Thema", sagt er. Im ganzen Land stünden die Krankenhäuser vor ähnlichen Problemen, deshalb sei es wichtig, dass die SALK bei den Gehältern im Vergleich konkurrieren könnten. "Wenn die Bedingungen nicht besser werden, wird der Salzburger Arbeitsmarkt verarmen", sagt Ärztevertreter Schaubmair. Und weniger Ärzte bedeuteten gleichzeitig auch schlechtere Arbeitsbedingungen für die vorhandenen Ärzte. "Wir wollen unter guten Bedingungen arbeiten. Und wir machen ja auch gute Arbeit", sagt Schaubmair.Vordeinstzeiten sollen angerechnet werdenAdressaten des Papiers waren neben der Leitung der Landeskliniken auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer und der zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (beide ÖVP). Aus dem Büro von Stöckl hieß es am Freitag, man wolle das Papier der Anästhesisten nicht kommentieren.

Indes informierten Stöckl und Personallandesrat Josef Schwaiger (ÖVP) am Freitag die Landesbediensteten, dass derzeit an einem Gesetzesentwurf gearbeitet werde, in dem die Anrechnung von Vordienstzeiten verankert werden soll. Bis jetzt waren Mitarbeitern des Landes - und somit auch jenen des Landesspitals - manche Vordienstzeiten nur zu 60 Prozent angerechnet worden. Laut Urteil des Europäischen Gerichtshofes ist das nicht zulässig. Nun sollen Vordienstzeiten zur Gänze angerechnet werden. Das würde auch das Gehalt vieler Ärzte verbessern.

Quelle: SN

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