Politik

Bildungsminister stellt klar: "Versäumnisse dürfen nicht zu Lasten der Studierenden gehen"

Nach dem Wirbel um Absolventen des Lehramts-Bachelorstudiums in Salzburg, die bis jetzt nur mit Sonderverträgen unterrichten dürfen, stellt das Bildungsministerium nun eine rasche Lösung in Aussicht.

Bildungsminister Heinz Faßmann verspricht den betroffenen Absolventen eine schnelle Lösung. SN/apa
Bildungsminister Heinz Faßmann verspricht den betroffenen Absolventen eine schnelle Lösung.

"Uns war wichtig, dass formale Versäumnisse nicht zu Lasten der Studierenden gehen" und man eine schnelle und unbürokratische Lösung findet. So nahm Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Montag zu der Causa Stellung, die in der vergangenen Woche für Aufregung gesorgt hatte. Die Salzburger Nachrichten hatten über die rund 150 Absolventen des Lehramts-Bachelorstudiums an der Uni Salzburg und am Mozarteum berichtet, die bisher nur mit Sonderverträgen an Schulen unterrichten dürfen, weil ihnen wegen einer Gesetzeslücke Dauerverträge verweigert wurden.

Durch eine Gesetzesnovelle sollen Absolventen des Lehramts-Bachelorstudiums an der Uni Salzburg bzw. am Mozarteum künftig auch regulär an AHS und BMHS unterrichten dürfen. Da sie mit der neuen Ausbildung derzeit die Anstellungsvoraussetzungen nicht erfüllen, müssen sie auf Sonderverträge ausweichen. Mit der Novelle werde ihr Abschluss nun gleichgestellt, heißt es aus dem Bildungsministerium.

Studienplan entsprach Vorgaben nicht

Uni Salzburg und Mozarteum hatten 2013 als erste die Lehramts-Ausbildung auf das mittlerweile an allen Einrichtungen etablierte Bachelor-/Mastersystem umgestellt.

Problem dabei: Der damalige (und mittlerweile durch einen neuen ersetzte) Studienplan entsprach gleich zweifach nicht den Vorgaben der erst später endgültig festgezurrten neuen Lehrerausbildung. Einerseits enthält er keine gemeinsame Lehrerausbildung mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) und bereitet nicht auf den Einsatz an Neuen Mittelschulen (NMS) vor. Andererseits werden aber auch schon formell die Einreihungsvoraussetzungen für die AHS und BMHS nicht erfüllt.

Das betreffende Diplom enthält laut Ministerium "nicht den im Sinne der neuen Lehrerausbildung vorgesehenen Abschluss eines Lehramtes im Bereich der Sekundarstufe (Allgemeinbildung)". Als Folge dürfen die Absolventen weder regulär an AHS und BMHS noch an Neuen Mittelschulen oder Polytechnischen Schulen unterrichten.

Regulärer Einsatz an Mittelschule weiterhin nicht möglich

Zumindest der erste Punkt soll nun geändert werden: Mit einer Novelle wird die "Gleichstellung aller von der Universität Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg bis 31.12.2019 ausgestellten Lehramtsdiplome mit dem für den Bereich der Sekundarstufe 2 geforderten Abschluss vorgesehen". In Kraft treten soll sie bereits mit Verlautbarung im Bundesgesetzblatt. Ab diesem Zeitpunkt können die Absolventen an AHS und BMHS mit regulären Verträgen unterrichten.

Weiterhin nicht möglich ist allerdings der reguläre Einsatz an NMS - dafür wurden die Absolventen ja grundsätzlich (im Gegensatz zum neuen Studienplan) nicht ausgebildet. Dort müssen sie daher weiter auf Sonderverträge ausweichen. Nachteil: Diese werden nur dann vergeben, wenn keine voll geprüften Bewerber verfügbar sind, und sind außerdem befristet.

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.11.2020 um 12:47 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/bildungsminister-stellt-klar-versaeumnisse-duerfen-nicht-zu-lasten-der-studierenden-gehen-62297728

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