Politik

Bis zu 1500 Flüchtlinge nächtigten am Salzburger Hauptbahnhof

Das Rote Kreuz versorgte in der Nacht auf Dienstag jene Flüchtlinge, die aus Ungarn über Wien nach Salzburg gekommen waren. In der Früh fuhren sie nach München weiter.

Es hatte die Dimension eines Großereignisses. Das sagte Einsatzleiter Martin Huber am frühen Dienstag morgen. Soeben hatten die letzten Flüchtlinge den Zug nach München bestiegen. Rund 1200 bis 1500 waren am Montagabend in mehreren Zügen von Wien nach Salzburg gekommen. Um 17 Uhr war schon der erste Zug mit hunderten Flüchtlingen durch Salzburg gefahren. Da war noch niemand ausgestiegen, weil der Zug direkt nach München weiter fuhr. Bei den Zügen um 22 Uhr und um Mitternacht war das anders. Sie hatten ihre Endstation in Salzburg, die Flüchtlinge schlugen ihr Nachtquartier im Hautpbahnhof auf.Magistrat forderte Rotes Kreuz anFreiwillige Helfer hatten sich bereits auf Facebook organisiert und begannen damit, die Flüchtlinge zu versorgen. Der Magistrat Salzburg richtete schnell einen Krisenstab ein, bestehend aus dem Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, Michael Haybäck, Magistratsdirektor Martin Floss und Andreas Huber, Leiter der Kriminalpolizei der Stadt Salzburg. Auch der stellvertretende Landespolizeidirektor Burghard Vouk war anwesend. Zudem wurde das Rote Kreuz zur Versorgung der Flüchtlinge angefordert. Auch die Salzburger Integrations-Landesrätin Martina Berthold (Grüne), verbrachte die Nacht am Bahnhof.Flüchtlinge unterzuckert und dehydriertDie Helfer betreuten die Migranten, verabreichten Getränke, Obst, Decken und Hygieneartikel. "Die meisten Flüchtlinge waren unterzuckert und dehydriert", sagt Einsatzleiter Martin Huber. 65 Helfer des Roten Kreuzes richteten neben der sanitätsdienstlichen Versorgung einen eigenen Bereich mit Feldbetten ein, der vor allem für Mütter mit Kindern da war. Sie konnten sich dort über Nacht ausruhen. Auch drei Ärzte des Roten Kreuzes waren im Einsatz. Sie überwiesen drei Flüchtlinge ins Krankenhaus. "Es waren neben vielen kleinen Kindern auch einige schwangere Frauen dabei, die versorgt werden mussten", sagt Einsatzleiter Huber. In den frühen Morgenstunden war Einsatz vorüberInsgesamt habe der Einsatz gut geklappt, sagt Huber. Gemeinsam mit dem Magistrat, den ÖBB und der Polizei habe man die Situation gut im Griff gehabt. Zu Turbulenzen kam es nur, als in den frühen Morgenstunden der erste Zug Richtung Deutschland einfuhr, weil alle Flüchtlinge hineindrängten. Übersetzte Lautsprecher-Durchsagen, dass schon bald weitere Züge kommen werden, beruhigten die Situation schließlich.

In der Früh war der Bahnhof dann wieder wie leer gefegt. Die Flüchtlinge waren in gesamt drei Züge nach München gestiegen. Auch am Dienstag werden noch Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Bahnhof sein. Man rechnet mit weiteren Neuankömmlingen.Gesamt 3650 Flüchtlinge kamen am Montag nach Österreich3650 Flüchtlinge sind allein am Montag aus Ungarn kommend am Wiener Westbahnhof eingetroffen. Lediglich sechs Afghanen hätten einen Asylantrag gestellt, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer Dienstagfrüh zur APA. Der Rest sei bereits in Zügen Richtung Salzburg und Deutschland weitergereist. Anfänglich hatte die Polizei von 2000 Migranten gesprochen, ihre Angaben dann aber aktualisiert.

Ungarn hindert Flüchtlinge seit Montagfrüh nicht mehr an der Ausreise. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kritisierte dafür den ungarischen Regierungschef Viktor Orban im ORF-"Sommergespräch" am Montagabend scharf. Allerdings lässt auch Österreich die Menschen einfach weiterreisen, wenn sie nicht um Asyl ansuchen. Eine "lückenlose" Kontrolle sei derzeit nicht möglich, hatte Polizeisprecher Roman Hahslinger zuvor erklärt.

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