Politik

Bürgermeister Georg Djundja: "Oberndorfer bekommen vier Wochen keine Post"

Über massive Probleme mit der Postzustellungen hat am Samstag Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja (SPÖ) berichtet. Die Post argumentiert mit Personalengpässen sowie der Grippesaison.

Leemeldung: Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja vor unbefülltem Briefkasten. SN/bernhard rieger
Leemeldung: Oberndorfs Bürgermeister Georg Djundja vor unbefülltem Briefkasten.

Seit mehreren Wochen häufen sich beim Oberndorfer Bürgermeister Georg Djundja nach eigenen Angaben die Beschwerden über zu spät zugestellt Post beziehungsweise gar keine Post. Auch bei den SN hatten sich in jüngster Vergangenheit verärgerte Postkunden aus dem Flachgau gemeldet.

Djundja am Samstag: "Aktuell bekomme ich sehr, sehr viele Bürger-Beschwerden über Post-Zustellprobleme: Teilweise kommt in Stadtteilen von Oberndorf drei bis vier Wochen gar keine Post, und dann alles in einem Riesen-Pack. Wichtige Briefe der Gemeinde als auch das Mitteilungsblatt der Stadt Oberndorf, sind nachweislich nicht oder viel zu spät angekommen. Bürger bekommen Rechnungen nicht zugestellt und erleben dann eine böse Überraschung, wenn der eingeschriebene Mahnbrief des Inkassobüros zugestellt wird. Denn die Zustellung der eingeschriebenen Priority-Sendungen funktioniert meist dann doch noch. Zurecht fragen die Bürger dann, wer denn nun die Mahnspesen und im schlimmsten Fall die Inkassobüro-Gebühren zahlt? Die Bürger oder doch die Post?"

Post: Personalmangel und Grippesaison

Die Post hatte auf SN-Anfrage zuletzt mit Personalengpässen argumentiert, etwa in der Zustellbasis in Seekirchen. Am Samstag teilte Markus Leitgeb, Pressesprecher der Post, zu der Aussendung von Bürgermeister Djundja mit: "Die hier genannten Vorwürfe muss ich strikt zurückweisen: Ja, wir spüren im Bereich Oberndorf die Grippe- bzw. Erkältungssaison (kein Covid-19), daher kommt es derzeit vermehrt zu Krankenständen. Selbst unter diesen schwierigen Bedingungen stellen unsere Mitarbeiter sicher, dass die Briefpost alle paar Tage in allen Rayonen zugestellt wird - natürlich inklusive Einschreiben, deren Inhalt für uns als Transporteurin irrelevant bzw. unbekannt ist."

Folgen der Privatisierung

Djundja sparte in seiner Aussendung nicht mit Kritik: "Unter der ÖVP-FPÖ Bundesregierung wurde in den 2000er Jahren auch die Post privatisiert - die Auswirkungen dieses Fehlers spüren wir heute tagtäglich. Denn es geht der Führungsetage der heutigen Post-Aktiengesellschaft vermutlich vor allem um die jährliche Dividenden-Ausschüttung für die Aktionäre und leider wohl nicht mehr um den eigentlichen gesellschaftlichen Grundauftrag, den die Post haben sollte."

Djundja ortet einen massiven Personalmangel bei gleichzeitig zu großen Zustellgebieten. Seine an die Postmanager gerichtet Forderung: "Eine Verkleinerung der Zustell-Rayone je Mitarbeiter und eine faire Bezahlung - nur dann wird die Post auch wieder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den ehrbaren Beruf der Postlerin und des Postlers bekommen."

Post-Sprecher Markus Leitgeb: " Zusteller bei der Post verdienen im Schnitt 2100 Euro brutto. Damit liegen wir übrigens deutlich über dem Branchenniveau in Österreich."

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