Politik

Bürgermeisterkandidaten diskutierten in Bischofshofen

Barbara Saller (ÖVP) und Hansjörg Obinger (SPÖ) stellten sich im Gasthof Schützenhof den Fragen von SN-Lokalchefin Sylvia Wörgetter und jenen der Bürgerinnen und Bürger Bischofshofens.



Ein heißes Pflaster wird in der Wahl am 9. März Bischofshofen sein. Die Bürgerinnen und Bürger sind mit ihrer Stadt recht zufrieden. Trotzdem haben sie eine lange Wunschliste: Von mehr Wohnungen, Jobs, Krabbelstuben und Seniorenheimplätzen über Veranstaltungsorte bis zu einer Hundewiese.

Bischofshofen ist eine "Schlüsselgemeinde" für die ÖVP und für die SPÖ im Land. Es geht um den Bürgermeister. Stadträtin Barbara Saller (ÖVP) und Vizebgm. Hansjörg Obinger (SPÖ) liefern sich ein sachliches Duell. Der gegenseitige Respekt ist groß. Es menschelt in der Gemeinde. Nachbarschaftshilfe und Gemeinschaft sind in dieser Stadt noch keine Fremdwörter. Das zeigte sich auch bei der Wahldiskussion.

Trotz des "Kuschelkurses" kristallisierten sich Unterschiede heraus. Die ÖVP-Kandidatin und Bäuerin hob mehrmals das Eigentum hervor. Zum Beispiel im Wohnbau: "In den letzten Jahren wurden sehr viele Mietwohnungen gebaut. Wir brauchen auch wieder Grundflächen für Häuslbauer und Eigentumswohnungen, denn viele Familien gehen weg aus Bischofshofen."

Ein neuer Ort der Begegnung soll die alte Remise der Bahn werden. Der SPÖ schwebt eine "typische Veranstaltungshalle" für Kultur und zum Beispiel für Maturabälle vor. Der Eisenbahner Hansjörg Obinger sieht nach Verhandlungen mit den ÖBB nun gute Chancen auf eine Lösung. "Die ÖVP denkt da anders", sagt Barbara Saller. Sie will die Remise "mit speziellen Betrieben wirtschaftlich beleben, ähnlich wie die alte Molkerei". Für Veranstaltungen möchte Saller die Wielandner-Halle etwas mehr nutzen. Das Problem mit dem Hallenboden sei zu lösen. Widerspruch kommt von Anrainern, die schon jetzt über die Parkplatznot klagen, sowie von der SPÖ. "Die Wielandner-Halle ist eine Sporthalle, nicht eine Veranstaltungshalle", betont der zweite Vize Werner Schnell.

Kühler Kopf bei heißen Themen

An anderswo sehr heiße Themen, wie campierende Roma und Quartiere für Asylsuchende, gehen beide Kandidaten mit kühlem Kopf heran. Wenn Plätze für Asylbewerber notwendig seien, werde sich Bischofshofen nicht verschließen können, meint die Stadträtin. Obinger spricht sich für "kleine Einheiten in einem familiären Umfeld" aus. Derzeit stünden aber keine geeigneten Standorte zur Verfügung, sagen beide. Dasselbe gelte für den von der grünen Landesrätin Martina Berthold gewünschten Campingplatz für Roma. "Das Ansinnen bei der Schnellstraße ist sicher nicht durchführbar", sagt Obinger. Bis zum Vorjahr (als Jugendliche die Roma angriffen, Anm.) habe es am Standort Schanzengelände "gut funktioniert", erklärt Saller. "Ich hoffe, dass wir das in Zukunft wieder in den Griff bekommen."

Nachholbedarf sieht die Gemeindepolitik im Tourismus. Bischofshofen hat zwar eine Tourismusschule, aber keinen größeren Hotel-Leitbetrieb. Die Suche nach einem Projektbetreiber gestaltet sich allerdings schwierig. Forciert wird - gemeinsam mit dem Tourismusverband - das große Projekt "Erz der Alpen", das an die reiche Bergbaugeschichte der Region anknüpft.

In der Innenstadt möchte die Gemeinde das Verkehrskonzept nachjustieren, ohne dass Parkplätze "weggenommen" würden. Für den SPÖ-Bewerber sollen die Begegnung und "der Mensch im Stadtzentrum mehr im Mittelpunkt stehen". Fußgänger und Radfahrer seien "primär zu behandeln".

Skilift als Thema

Einigkeit herrscht über den Ausbau des kleinen Astenskilifts für Kinder - samt Schneedepot. Unstimmigkeiten gibt es eher beim Weg zu diesem Ziel, über die "Vaterschaft" dieser Idee und in der Kostenfrage.

Auch der eigenartige "Hundewahlkampf" in der Landeshauptstadt ist ein Thema im Pongau. Der Ortsbauernobmann, Gaisbergbauer Matthias Saller, schlägt eine öffentliche Hundewiese vor. Von den Kandidaten kamen dazu grundsätzlich positive Signale. Voraussetzung ist aber eine Grundfläche.

Die politischen Konkurrenten loben sich gegenseitig für ihren Fleiß. Die Stadträtin nennt eine besondere Gemeinsamkeit: "Wir stammen beide aus Hüttau. Ich bin mit Hansjörgs Mutter auf der Schulbank gesessen."

Beide stünden Bischofshofen als Vollzeit-Bürgermeister zur Verfügung,

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