Politik

Bundespräsidentenwahl in Salzburg: Blaues Wunder wiederholte sich nicht

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer verliert in allen 119 Salzburger Gemeinden an Stimmen, während Van der Bellen deutlich zulegt. Die Landeshauptstadt ist grün.

Am Sonntag wurde der zweite Wahlgang der Bundespräsidentenwahl wiederholt. Alexander Van der Bellen wird Österreichs nächster Bundespräsident. In Salzburg waren knapp 400.000 Menschen wahlberechtigt. Und das Ergebnis für Salzburg ist denkbar knapp. Mittlerweile sind alle Gemeinden ausgezählt: Alexander Van der Bellen kommt demnach auf 49,8 Prozent der Stimmen, Norbert Hofer auf 50,2 Prozent. 1186 Stimmen trennen die beiden. Zum Vergleich: Bei der ersten Stichwahl hatte Hofer am Wahlabend noch 55,1 Prozent in ganz Salzburg erreicht und in den Gemeinden klar gewonnen.

Die Ergebnisse der Landeshauptstadt: Van der Bellen kommt in der Stadt Salzburg auf 60 Prozent, Hofer auf 40 Prozent. Die Gemeinde mit den meisten Hofer-Wählern ist Muhr im Lungau. Dort haben sich seit der letzten Stichwahl im Mai nur neun Wähler umentschieden - Hofer kommt in Muhr auf 84,5 Prozent.

Wahlbeteiligung ist gestiegen

Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, spricht bei der Wahlbeteiligung jedenfalls von einer Überraschung. "Die Wahlbeteiligung hat in Salzburg zugenommen. Es sind mehr Wähler in die Wahllokale gegangen. Wir haben insgesamt einen deutlichen Anstieg der Wahlbeteiligung." Inklusive der abgegebenen Wahlkarten rechnet die Landesstatistik mit einer Wahlbeteiligung von mehr als 74 Prozent. 11.314 Salzburger haben auch diesmal ungültig gewählt.

Am Montag werden die Wahlkarten ausgezählt. Und das dürfte zu einem grünen Wahlsieg in Salzburg führen. "Es ist davon auszugehen, dass Van der Bellen auch in Salzburg gewinnt", sagt Gernot Filipp.

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"Der Gewinner einer demokratischen Wahl ist als Bundespräsident zu akzeptieren, egal welchem politischen Lager er angehört. Wir haben in diesem Jahr eine Reihe von Entwicklungen erlebt, die uns allen Anlass zur Sorge bereiten: allen voran eine aufgeheizte Stimmung. Die vordringliche Herausforderung für Alexander Van der Bellen als neuer Bundespräsident wird vor allem darin bestehen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land wieder zu stärken", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Wahlsonntag. SPÖ-Chef Walter Steidl reagierte auf das Wahlergebnis: "Bei dieser Stichwahl zum Bundespräsidenten standen nicht nur zwei Kandidaten zur Wahl, sondern zwei Möglichkeiten, wie wir mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen umgehen. Ich möchte Alexander Van der Bellen herzlich zu seiner Wahl gratulieren. Vor allem aber bin ich dankbar dafür, dass die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher die Meinung teilt, dass wir Sorgen mit Solidarität und Gerechtigkeit begegnen müssen. Alleine sie sind der Schlüssel zu Wohlstand."

Landeshauptstadt tiefgrün, Lungau wählt blau

Sein bestes Gemeindeergebnis im Bundesland Salzburg erzielte Alexander Van der Bellen in der Landeshauptstadt: Exakt 60 Prozent stimmten für ihn. Im Mai waren es mit 56,5 Prozent deutlich weniger gewesen. Die meisten Hofer-Wähler fanden sich - wie schon bei der annullierten Stichwahl im Mai - in Muhr im Lungau: 84,5 Prozent wählten den FPÖ-Kandidaten. Im Mai hatten in der Lungauer Gemeinde 87,2 Prozent für Hofer gestimmt.

In Göming waren die "fleißigsten" Wähler

4,3 Prozent der abgegebenen Stimmen waren ungültig, das sind 0,1% mehr als bei der aufgehobenen Stichwahl. Beim ersten Wahlgang am 24. April waren es 2,7 Prozent gewesen. Die höchste Wahlbeteiligung gab es in der Gemeinde Göming (79,2%), die niedrigste in Tweng (45,3). Die meisten ungültigen Stimmen wurden in St. Koloman gezählt (9,5%), die wenigsten in St. Margarethen (2,6%).

Bad Gastein: Frau verstarb in einem Wahllokal

Zu einem tragischen Ereignis kam es am Wahlsonntag in Bad Gastein. Eine ältere Frau verstarb in einem Wahllokal im Gemeindeamt. Dies bestätigte Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP). "Die Frau hat einen Herzinfarkt erlitten, ein sehr bedauerliches Ereignis." Das Wahllokal musste kurz gesperrt werden. Danach verlegte die Wahlleitung den Wahlsprengel kurzfristig in das Gemeindesitzungszimmer.

Weniger Wahlkarten

Bei der Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl stimmten weniger Salzburger per Brief ab als noch im Mai. 38.205 Stück Wahlkarten wurden für die Stichwahl im Bundesland Salzburg insgesamt ausgegeben - und damit deutlich weniger als noch beim ersten Anlauf. Der Rückgang entspricht 22,7 Prozent. Das Ergebnis der Wahlkartenauszählung steht erst am Montag, 5. Dezember, fest.

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Quelle: SN

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