Politik

Caritas Salzburg schafft Wohnungen für Frauen in Not

Das ehemalige Flüchtlingsquartier der Caritas in der Plainstraße wird umgebaut. Ab Herbst 2021 wird es dort leistbare Wohnungen für Frauen in Not geben.

Wo zuletzt in der Plainstraße Flüchtlinge untergebracht waren, werden nach dem Umbau Frauen in Not einziehen. Am Donnerstag wurde das Projekt von Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ), Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), der stv. Caritas-Direktorin Andrea Schmid und Projektleiterin Marion Lindinger präsentiert. <br> SN/caritas/wildbild
Wo zuletzt in der Plainstraße Flüchtlinge untergebracht waren, werden nach dem Umbau Frauen in Not einziehen. Am Donnerstag wurde das Projekt von Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ), Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), der stv. Caritas-Direktorin Andrea Schmid und Projektleiterin Marion Lindinger präsentiert.

Nach zwei Jahren Vorbereitung bringe die Caritas Salzburg dieses "Herzensprojekt" nun auf den Weg, betonte Caritas-Direktor Johannes Dines bei der Präsentation am Donnerstag. "In der Plainstraße 83 schaffen wir in Salzburg das erste Angebot für leistbare Wohnungen nur für Frauen in Not." Ziel sei, den Frauen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, erklärte die stellvertretende Direktorin Andrea Schmid. Auch die Kinder der betroffenen Frauen sollen dort ein Zuhause finden. Die Caritas geht von einer durchschnittlichen Wohndauer von 1,5 bis zwei Jahren aus.

Insgesamt werden 30 bis 34 Wohnungen entstehen. Das Nutzungsentgelt orientiert sich am höchstzulässigen Wohnungsaufwand in Höhe von 380 Euro. Er wird gerade neu verhandelt.

Ab Herbst 2021 werden die Wohnungen Frauen in Not aus Stadt und Land Salzburg offenstehen. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 18 Jahren, außerdem müssen die Frauen in der Lage sein, sich und ihre Kinder selbstständig zu versorgen und das Nutzungsentgelt aufzubringen.

Es gebe viele Gründe, warum Frauen in eine Notlage geraten können, betont Schmid, oft seien die Frauen mehrfach belastet: Trennung, emotionale Abhängigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, ungesicherte Wohnverhältnisse, psychische Erkrankungen oder Gewalt.

Diese Frauen bräuchten ein stabiles und leistbares Zuhause, wo sie zur Ruhe kommen und sich aus belastenden Situationen lösen könnten, betont Projektleiterin Marion Lindinger. In diesen Wohnungen könnten sich die Frauen auf ein geordnetes und eigenständiges Leben vorbereiten und neue Perspektiven entwickeln. Den Frauen wird ein Team aus Sozialarbeitern, Psychologen und Familienhelfern zur Seite stehen.

Aus der Wohnbedarfserhebung 2018 wisse man, dass mehr als 250 Frauen in Salzburg in ungenügenden oder ungesicherten Wohnverhältnissen leben, betont Schmid.

Ab Herbst wird das Gebäude im Besitz der Stadt generalsaniert und umgebaut. Zuletzt waren in dem 70 Jahre alten Gebäude Flüchtlinge untergebracht. Das Haus ist derzeit behördlich geschlossen, weil es technische Mängel gibt und die feuerpolizeilichen Auflagen nicht mehr erfüllt sind. Der Umbau wird 2,9 Millionen Euro kosten. Eine Million stellt das Land aus Mitteln der Wohnbauförderung zur Verfügung. Den Rest wird die Caritas aus Eigenmitteln und Spenden aufbringen. Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) kündigte an, außerdem 150.000 Euro jährlich aus dem Frauenressort zur Verfügung zu stellen.

Mit dem Projekt schließe die Caritas eine Lücke im Angebot der Stadt, sagte am Donnerstag Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ). "Wir werden nicht lange warten müssen, bis es voll ist." Derzeit gebe es nur eine Handvoll kommunale Übergangswohnungen. Die Stadt habe den Mietvertrag mit der Caritas bis 2050 verlängert, die Jahresmiete betrage weniger als 1000 Euro. Das Haus sei gut in die Infrastruktur in Itzling eingebettet. In der Nähe gebe es zwei Kindergärten, die Volksschule, das Bewohnerservice und Einkaufsmöglichkeiten. Zielgruppe seien Frauen in Not, die aber nicht im klassischen Sinn obdachlos seien.

In den Wohnungen könnten auch Frauen nach der Zeit im Frauenhaus ein Zuhause finden, meinte Landesrätin Klambauer.

Aufgerufen am 29.11.2021 um 04:50 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/caritas-salzburg-schafft-wohnungen-fuer-frauen-in-not-84407356

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