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Corona-Schutzmaßnahmen: So geht es in Salzburgs Pflegeheimen weiter

Das Land Salzburg hat ein Maßnahmenpaket für Senioren- und Pflegeheime sowie Menschen in 24-Stunden-Betreuung vorgestellt.

Derzeit gibt es 51 bestätigte Covid-19-Fälle in Salzburgs Seniorenwohnhäusern. SN/APA (dpa)/Angelika Warmuth
Derzeit gibt es 51 bestätigte Covid-19-Fälle in Salzburgs Seniorenwohnhäusern.

Das Bundesland Salzburg will die Durchtestung aller 75 Seniorenheime auf Covid-19 in vier bis fünf Wochen abgeschlossen haben. Dazu werden bei allen rund 5000 Bewohnern, 3000 Pflegerinnen und 1500 sonstigen Mitarbeitern Abstriche genommen und ausgewertet. Im Anschluss werde auch das Personal in den Spitälern getestet, kündigte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) am Donnerstag an.

Eine Arbeitsteilung soll das Erreichen dieses Zeitplans ermöglichen: Die Testungen in der Stadt Salzburg und den Umlandgemeinden habe man der Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES) übertragen, die in Salzburg eine Niederlassung hat, in den anderen Gebieten arbeite das Land mit dem Roten Kreuz zusammen. Die Dauer von vier bis fünf Wochen bezeichnete Stöckl bei einer Video-Pressekonferenz als "sehr ehrgeiziges Programm", denn man müsse die Engpässe bei den Materialien berücksichtigen; vor allem bei den Test-Kits gelte es hauszuhalten, um auch Vorräte für eine allfällige zweite Epidemie-Welle zur Verfügung zu haben, sagte der Gesundheitsreferent. Sozialreferent LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne) ergänzte: Das etwa gleich große Kärnten wolle in zwei Monaten mit den Test durch sein, ebenso das deutlich größere Oberösterreich.

Bisher sind laut Schellhorn 51 Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenheime am Coronavirus erkrankt, also rund ein Prozent. Und von den 4.500 Bediensteten seien lediglich neun positiv getestet worden: "Das ist ein äußerst geringer Prozentsatz." In den Behinderteneinrichtungen des Landes ist seinen Angaben zufolge bisher überhaupt noch keine Covid-19 Erkrankung vorgekommen.

Das Problem mit fehlenden Pflegerinnen für die 24-Stunden-Betreuung ist in Salzburg laut Schellhorn derzeit überschaubar. Seit gestern ist in Hallein ein Haus eines privaten Gesundheitsanbieters in Betrieb, in dem bis zu 52 Pflegebedürftige untergebracht werden können, wenn wegen der geschlossenen Grenzen keine ausländische Rund-um-die-Uhr-Betreuerin mehr zur Verfügung steht. Bisher gab es laut Schellhorn fünf Angehörige, die dringenden Bedarf angemeldet haben, ein Patient wurde gestern bereits in Hallein untergebracht. Rund 960 Menschen brauchen im Bundesland Salzburg rund um die Uhr Betreuung.

Nach den Seniorenheimen will das Land Salzburg dann auch eine Durchtestung in den Spitälern, kündigte Stöckl an. In einzelnen Krankenhäusern, etwa in Oberndorf oder im Tauernklinikum, sei dies schon geschehen. Für die rund 6.000 Mitarbeiter der Landeskliniken kündigte der Politiker eine "strategische Testung" an. Man werde nach mathematisch-statistischen Grundsätzen nur ein repräsentatives Drittel auswählen und testen und danach auf die gesamte Belegschaft hochrechnen.

Verteiltermine für Schutzausrüstung

"Ab sofort wird es fixe Verteiltermine für die Schutzausrüstung geben", so Schellhorn. Diese werden vierzehntägig durchgeführt. Am 27. April wird es nochmal eine Verteilaktion für die Einrichtungen der Grundversorgung und der Mindestsicherung geben, in der auch für jede Einrichtung in diesem Bereich 20 FFP2-Masken, 20 Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz entsprechend der Mitarbeiterzahl erfolgt. Auch die Beratungseinrichtungen erhalten Mund-Nasenschutz entsprechend der Mitarbeiterzahl.

Quelle: SN, Apa

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