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Corona: Weniger aktiv Infizierte in Salzburg, aber deutlich mehr Intensivpatienten

Eine - zumindest vorübergehend - positive Nachricht bietet die tägliche Coronastatistik für das Bundesland Salzburg. Die Zahl der aktiv Infizierten ist stark zurückgegangen. Die andere Nachricht ist weniger gut: Die Zahl der Intensivpatienten ist stark angestiegen.

Symbolbild. SN/christian Sprenger
Symbolbild.

17.254 aktiv Infizierte sind Montagfrüh gemeldet worden. Am Montagnachmittag beziehungsweise Dienstagfrüh war diese Zahl mit 15.266 um fast 2000 Personen niedriger. Auch der Sieben-Tage-Inzidenzwert ist gesunken, und zwar auf 1.689,1 (Montagfrüh: 1.704,3), wenngleich dieser der nach wie vor höchste Bundesländerwert in Österreich ist.

Der Grund für diese Rückgänge ist die über das Wochenende registrierte hohe Zahl an mittlerweile wieder genesenen Menschen. Die erfreuliche Momentaufnahme ist aber alles andere als eine Entspannung, geschweige denn Entwarnung.

Sorge um Intensivstationen

Denn: Die Gesamtzahl der jemals positiv Getesten kletterte um 865 auf 87.866. Und derzeit befinden sich 250 Covid-19-Patienten im Spital, davon 45 auf der Intensivstation. Das ist der höchste Wert in der Pandemie. Die bisher genannte Obergrenze von 51 Intensivbetten für das gesamte Bundesland ist damit fast erreicht. Die Landeskliniken (SALK) bereiten daher zusätzliche, über diese Zahl hinausgehende Betten für Intensivpatienten vor, sagte SALK-Sprecher Wolfgang Fürweger.

Eine Triage ist seinen Angaben zufolge aber weiterhin kein Thema. "Die Lage ist angespannt, aber von Bergamo sind wir noch weit entfernt." Der nächste Trigger-Punkt bei der Intensivversorgung sei aber erreicht. Aktuell werde versucht, sowohl im Landeskrankenhaus als auch in der Christian-Doppler-Klinik weitere Intensivbetten vorzubereiten. Bei den Normalbetten gelte hingegen unverändert die Eskalationsstufe 12, weil die Übernahme von Patienten von anderen Krankenanstalten sehr gut funktioniere.
Es gab bisher 674 Todesfälle (+ 4 im Vergleich zur letzten Meldung von Montag) in Zusammenhang mit Covid-19.

Hohe Werte in den Schulen

Auffallend bei der Covid-Entwicklung ist derzeit die Lage an Schulen und Kindergärten. Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik: "Bei den 5 bis unter 15-Jährigen sind die Neuinfektionen in der vergangenen Woche um mehr als 60 Prozent angestiegen, den höchsten Inzidenzwert weisen momentan die 10- bis 14-Jährigen mit 4.400 auf."

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich am Mittwoch über die Zulassung der Covid-19-Schutzimpfung von Biontech/Pfizer für Fünf- bis Elfjährige entscheiden. Salzburgs Impfkoordinator Rainer Pusch sagt: "Wir erwarten diese mit Hochspannung und stehen schon in den Startlöchern. Es werden kindgerechte Impfstraßen vorbereitet, aber natürlich haben wir auch die Kinderärzte mit im Boot. So können wir die Ansteckungszahlen in dieser Altersgruppe in den Griff bekommen und auch die Grundlage für einen möglichst normalen Schulbetrieb schaffen."

Sobald die Entscheidung der EMA gefallen ist, startet das Land Salzburg mit einer speziellen Informationskampagne rund um die Kinderimpfung.

Covid in Seniorenheimen

Zehn infizierte Personen sind Mitarbeiter des städtischen Seniorenwohnheimes in Taxham. Die Einrichtung sei gleichzeitig jene mit der geringsten Impfquote unter den Mitarbeitern, sagt Sozialstadträtin Anja Hagenauer (SPÖ). Für den Betrieb bringe der Ausbruch in dem Heim keine Einschränkungen: Seit einem Ausbruch im Frühjahr sei das Heim nicht mehr voll ausgelastet.

Aktuell seien 19 Mitarbeiter der städtischen Heime infiziert. Die Bewohner betreffe die Situation wegen der hohen Impfrate nicht so stark, nur vier Personen seien positiv. Das Robert Koch-Institut (RKI) warnte aber zuletzt wieder vor Ausbrüchen in Seniorenheimen, sagt Hagenauer. Vorsicht sei geboten.

Diese lassen nun auch die Salzburger Landeskliniken walten: In den Spitälern gilt seit Montag die 2G-plus-Regel: Nur geimpfte Personen, die zusätzlich einen negativen PCR-Test vorweisen, dürfen Patienten besuchen. Dafür wird gleichzeitig das Besuchsverbot in Tamsweg aufgehoben.

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