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Coronavirus: Landeshauptmann Haslauer positiv getestet, Infektionen bei ÖVP und SPÖ in Salzburg

Neben Landeshauptmann Wilfried Haslauer und ÖVP-Mandatar Wolfgang Pfeifenberger sind auch drei SPÖ-Vertreter betroffen, darunter Landesvorsitzender David Egger.

In der vergangenen Woche hatten die Betroffenen an mehreren Gremiensitzungen teilgenommen.

Die Meldungen trudelten am Sonntag im Stundentakt ein. Zuerst gab die SPÖ drei positive Antigentests bei SPÖ-Chef David Egger, Landesgeschäftsführer Gerald Forcher und beim Landtagsabgeordneten Hans Ganitzer bekannt. Wenig später verkündete ÖVP-Klubobmann Wolfgang Mayer den positiven Befund des Abgeordneten Wolfgang Pfeifenberger, ehe am Sonntagnachmittag auch bei Landeshauptmann Wilfried Haslauer ein PCR-Test positiv ausfiel. Alle Landespolitiker sind vollständig immunisiert bis auf Pfeifenberger, der eine Teilimpfung hinter sich hat.

Der seit Juni vollständig immunisierte Haslauer hat am Sonntag nach leichten Symptomen zunächst einen Antigentest und später einen PCR-Test gemacht. Beide waren positiv, wie Haslauer den SN sagte. Er habe sich nach dem Aufstehen "komisch beisammen" gefühlt. Am Nachmittag hatte er kein Fieber, aber eine gewisse Müdigkeit war da wie ein Unwohlsein und ein leichter Husten. "Eigentlich nichts, worüber man sich Gedanken macht", meinte Haslauer. Er hoffe jetzt natürlich aufgrund der Tatsache, dass er seit Juni geimpft sei, bei sich auf einen milden Verlauf. Ebenso wie bei allen anderen Politikern, die am Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Er werde seine Amtsgeschäfte ab Montag von zu Hause aus führen. Dank elektronischer Medien sei das heute ja kein so großes Problem mehr.

Alle Kontakte des Landeshauptmanns in den 48 Stunden vor Symptombeginn seien, wie es von Klubobmann Wolfgang Mayer hieß, verständigt worden. Darunter seien keine Regierungsmitglieder, Abgeordneten oder Mitarbeiter, da Haslauer am Freitag und Samstag privat verreist war. Das Contact Tracing laufe.

Bei den betroffenen SPÖ-Politikern lagen zunächst nur die Ergebnisse der positiven Antigentests vor, Sonntagabend war auch der PCR-Test von David Egger positiv. Er sagte, trotz des Impfdurchbruchs sei er sehr froh, gegen Covid-19 geimpft zu sein: "Ein Impfdurchbruch ist wie ein grippaler Infekt. Eine Ansteckung ohne Impfung kann aber auf der Intensivstation enden. Jeder muss natürlich für sich selbst die Entscheidung treffen. Ich bin aber sehr glücklich darüber, geimpft zu sein. Eine hohe Impfquote ist die sicherste und beste Möglichkeit, diese Pandemie zu überwinden."

Gerald Forcher sagte, er habe in der Nacht Schüttelfrost gehabt und an eine Verkühlung gedacht. Die SPÖ-Politiker begaben sich in Selbstisolation. Sie rechnen alle mit einem positiven PCR-Test, worauf die Behörde eine Quarantäne anordnen wird. Forcher: "Wir appellieren an alle Menschen, die wir in den letzten Tagen getroffen haben, schon jetzt auf ihren Gesundheitszustand zu achten und freiwillig ihre Kontakte zu reduzieren."

Freitagabend fand im Lungau eine SPÖ-Bezirkskonferenz mit 45 Teilnehmern statt, bei der Egger, Ganitzer und Forcher vor Ort waren. Bei der SPÖ-Bezirksfrauenkonferenz Tennengau mit rund 20 Teilnehmerinnen am Samstagvormittag waren Egger und Forcher anwesend. Bei allen Veranstaltungen seien die geltenden Hygieneregeln eingehalten worden.

Wo sie sich das Virus eingefangen haben, wisse er nicht, so Forcher. Da sie viel Kontakt miteinander haben, hätten sie sich wahrscheinlich gegenseitig angesteckt. Forcher und Ganitzer sind mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft, Egger mit Johnson & Johnson.

Der ÖVP-Abgeordnete Wolfgang Pfeifenberger hat eine Teilimpfung hinter sich und fühlte sich am Sonntag von allen Betroffenen wohl am schwersten erkrankt, hoffte im SN-Gespräch aber dennoch auf einen milden Verlauf. Pfeifenberger aktivierte die Behörden, informierte seine Kontakte und begab sich in Selbstisolation.

Für Salzburgs führenden Coronamediziner Richard Greil kommen diese Impfdurchbrüche nicht überraschend. Gerade bei der Delta-Variante sei die Viruslast höher und damit leichter übertragbar. Was aber nach Angaben Greils nicht heißt, dass man dadurch auch schwerer erkrankt. Während bei den spitalspflichtigen Coronapatienten zuletzt der Anteil der geimpften Patienten bei rund 20 bis 30 Prozent gelegen sei, kämen derzeit nur vereinzelte Fälle auf die Intensivstationen.

Greil betonte aber mit Nachdruck: "Man muss sehen, dass der Impfschutz gerade durch die Delta-Variante deutlich schneller nachlässt, als man das zunächst gehofft hat." Grundsätzlich gilt für ihn aber nach wie vor, dass die Impfung wirkt. Man dürfe aber nicht den Fehler machen zu sagen, dass "niemand, der geimpft ist, das Virus übertragen und erkranken kann und dass auch niemand von ihnen auf eine Intensivstation kommen kann". Greil forderte die Politik auf, nicht nur Risikogruppen und Ältere möglichst schnell zum dritten Mal zu impfen, sondern alle Bevölkerungsgruppen.

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KOMMENTARE (1)

Katharina Teufel-Lieli

"Jeder, der geimpft ist, kann das Virus weitertragen" Warum testen wir dann nur Ungeimpfte wie die Verrückten? Richtige Antwort: um diese so zu schikanie4en, dass sie dich noch impfen gehen. "Eine Ansteckung ohne Impfung endet vielleicht auf der Intensivstation." Eine Ansteckung mit Impfung allerdings auch, wie Herr Greil ein paar Zeilen später erzählt. Wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass Herr Egger, jung, sportlich, schlank, gesund, auf der Intensivstation landet? Laut dem Rechner der Oxford Universität geschätzt bei 0,00x %. Wann wird aus dem Stockholmsyndrom ausgestiegen und bemerkt, dass die Pharma gerade das Vorschussvertrauen nicht verdient hat?
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