Politik

Das sagen Experten über die Radstrategie 2025+

Kultur das Miteinanders ist laut Radexperten in Salzburg noch ausbaufähig.

Franz Kok, Mobilitätsbeauftragter der Universität, beobachtet eine zunehmende Fusion des Alltag-Radelns mit sportlichen Ambitionen, damit verbunden einen Trend hin zu längeren Strecken. Deshalb redet der Mann Schnellradwegen das Wort. Es gebe in Salzburg gute Ansätze wie eine tolle Radgarage am Bahnhof, die dann aber nicht ins Radwegenetz eingebunden ist. Eine Radverbindung zwischen Bahnhof und Altstadt wäre deshalb extrem wichtig. Eine solche sieht der Amtsbericht zwar vor, aber eben erst mittelfristig.

Kok wie auch Fidelius Krammel, Obmann der Radlobby, begrüßen das Vorhaben der Stadt, gemeinsam mit Land und Freilassing den Bahnbegleitweg nach Freilassing zum ersten Premium-Radweg auszubauen. Die Saalach-Überquerung ohne Umweg über das Kraftwerk Rott steht noch aus. Salzburger Radler können damit auf abgekürztem Weg schneller am Bahnhof Freilassing sein als Autos, aber nicht vor 2020, sagt Radkoordinator Peter Weiß. Krammel sieht die Stadt mit ihren Plänen zumindest auf dem Papier auf einem guten Weg: "Man muss schauen, was dann wirklich umgesetzt wird. Etliche Maßnahmen stehen ja unter Vorbehalten wie Grundstücksabtretungen."

Kok sagt, Land und Stadt müssten größtes Interesse daran haben, dass Menschen das Rad im ÖV kostenlos transportieren können. Um eine Kultur des Miteinanders zu forcieren, sollten Taxi- und Busfahrer in Radfahrern weniger Konkurrenten als Partner und Kunden sehen. In anderen Städten sei es längst üblich, dass Taxler bei Regen Radständer aufs Auto montieren. Ein Aktionsbüro in der Stadt mit Reparaturservice und Verleih oder Duschen seitens der Arbeitgeber nennt er die "Softpower" des Radfahrens, die mitberücksichtigt werden will.

"Zwei Millionen sind immer noch nicht genug für eine ambitionierte Verbesserung", sagt Krammel. Städte, die auf den Radverkehr wirklich Wert legen, würden im Schnitt rund 30 Euro pro Einwohner und Jahr aufwenden. Salzburg liege - mit zwei Millionen - bei zirka 14 Euro pro Bewohner und Jahr.

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