Politik

Demo vor dem Gemeindeamt gegen 5G-Masten

Zwischen 50 und 100 Anti-Mobilfunkaktivisten demonstrierten am Mittwochabend vor dem Walser Gemeindeamt. Sie forderten ein Versagen der Genehmigung für einen geplanten Handymasten der neuen 5-G-Technologie. Die Gemeinde hat über den Punkt aber noch nicht abgestimmt.

Die Anrainer des geplanten Mobilfunkmasten am Walserberg belagerten die eintreffenden Politiker - wie etwa Vizebürgermeister Andreas Hasenöhrl (Bildmitte, mit Brille).  SN/privat
Die Anrainer des geplanten Mobilfunkmasten am Walserberg belagerten die eintreffenden Politiker - wie etwa Vizebürgermeister Andreas Hasenöhrl (Bildmitte, mit Brille).

Am Mittwochabend tagte ab 18 Uhr die Gemeindevertretung von Wals-Siezenheim. Aber schon ab 17 Uhr wurden die eintrudelnden Kommunalpolitiker von Demonstranten vor dem Amtsgebäude empfangen. Denn vor einigen Tagen hat sich im Ort die Bürgerinitiative "5G - Nein Danke!" konstituiert. Sie will einen Handymasten dieser neuen Technologie, die noch mehr Daten übertragen soll, verhindern - aus Angst vor möglichen gesundheitlichen Schäden durch die Strahlung. Konkret geht es um einen rund 30 Meter hohen Masten, der im Auftrag einer Arbeitsgemeinschaft der beiden Mobilfunkbetreiber A1 und Magenta (ehemals T-Mobile) in einem Wald am Walserberg errichtet werden soll.

Aktivisten hoffen auf weitere Unterstützung durch die Gemeinde

Anti-5G-Aktivistin Angela Nassall: "Wir waren von 17 bis 19:30 vor dem Gemeindeamt und es waren über die ganze Zeit gesehen rund 100 Leute da. Wir haben mit vielen Gemeindevertretern gesprochen. Auch Bürgermeister Joachim Maislinger war 20 Minuten da." Die Aktivisten hoffen auf weitere Unterstützung durch die Gemeinde. Am Mittwochabend stand das Thema allerdings noch nicht auf der Tagesordnung. Nassall und ihre Mitstreiter wollen es aber nicht bei der Gemeindeebene belassen: "Nächster Schritt für uns wird das Einbringen einer Parlamentarischen Bürgerinitiative beim Nationalrat und eine Informationsveranstaltung in Wals oder Umgebung im Herbst."

Ortschef: Gemeinde hat nur den Ortsbildschutz als rechtliche Handhabe

Bürgermeister Joachim Maislinger hatte schon im Vorfeld der Aktion Verständnis für die Sorgen der Anrainer gezeigt. Zuständig sei aber primär die Bezirkshauptmannschaft, betont er. Diese hat bereits Mitte Juni eine erste Verhandlung am geplanten Aufstellungsort des Masten abgehalten. Bgm. Maislinger: "Noch habe ich von der Bezirkshauptmannschaft keine forstrechtliche Genehmigung. Und für uns als Gemeinde ist der Ortsbildschutz die einzige rechtliche Handhabe. Damit konnten wir schon einmal einen Masten um 150 Meter aus dem Ortsgebiet von Siezenheim wegrücken. Gänzlich verhindern können wir als Gemeinde aber einen Mobilfunkmast aber nicht. So eine abschlägige Entscheidung würde vom Verwaltungsgerichtshof bald gekippt werden." Im übrigen werde die Wirtschaftskammer am 11. Juli eine große Veranstaltung zum Thema 5G-Technologie abhalten, betont Maislinger: "Dort können auch kritische Fragen gestellt werden."

Quelle: SN

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