Politik

Der Bund steigt ein: Es gibt Geld aus Wien für Salzburgs Mini-U-Bahn

Salzburgs Bitten wurden erhört: Die unterirdische Lokalbahn vom Hauptbnahnhof bis zum Mirabellplatz wird mindestens 150 Millionen Euro kosten. Der Bund berappt davon die Hälfte.

Ein schwarzer Landeshauptmann, ein schwarzer Verkehrslandesrat, ein schwarzer Bürgermeister: Geeint traten Stadt und Land Salzburg am Montag im Verkehrsministerium in Wien auf: Salzburg hat quasi "Fürsprache" gehalten, um eine millionenschwere Finanzspritze für anstehende Verkehrsprojekte zu erhalten.

Die Reise dürfte sich ausgezahlt haben. Die Finanzierung zwischen Stadt, Land und Bund ist weitgehend außer Streit gestellt. FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer hat am Montag eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Der Bund wird "bis maximal 50 Prozent" der Planungs- und Baukosten für die Verlängerung der Lokalbahn vom Hauptbahnhof bis zum Mirabellplatz (und weiter in den Süden) beisteuern. "Das politische Bekenntnis ist da. Es ist das, was wir uns gewünscht haben", sagt LH Wilfried Haslauer (ÖVP).

Mit dem geplanten Ausbau werde es in Salzburg gelingen, den öffentlichen Verkehr aus der Region in den innerstädtischen Verkehr bestmöglich zu integrieren - "und erstmals kann auch der Bund dem Land und der Stadt finanziell unter die Arme greifen", sagte der Verkehrsminister. Der Bund stellt Ballungszentren ab nächstem Jahr mit der Nahverkehrsmilliarde einen Fördertopf zur Verfügung. Erfreut zeigten sich auch Salzburgs Freiheitliche. "Mit der
Unterzeichnung der Absichtserklärung freuen wir uns, dass ein langersehntes und nachhaltiges Verkehrsprojekt endlich auf Schiene gelangt", sagt FPÖ-LAbg. Hermann Stöllner.

Die Planungen zur Verlängerung der Lokalbahn (bis nach Hallein) werden bis zu zehn Millionen Euro verschlingen. Ein Bau unterirdisch bis zum Mirabellplatz kostet grob geschätzt 150 bis 180 Millionen Euro. Ob tatsächlich gebaut wird oder ob vorher noch die Bürger abstimmen, wird sich erst nach den Detailplanungen entscheiden. Das Vorhaben ist deshalb umstritten, weil die Strecke bis zum Mirabellplatz nur knapp 700 Meter lang ist. Kritiker meinen, dass der finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zu den Kosten stehe.

Eine finanzielle Zusicherung vom Bund gibt es auch für den (abschnittsweisen) zweigleisigen Ausbau der Lokalbahn vom Hauptbahnhof bis Lamprechtshausen - für einen 15-Minuten-Takt auf der S1. Verkehrslandesrat Stefan Schnöll hofft auf einen Spatenstich im Sommer.

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