Politik

Der Finanzskandal hinterließ "Dellen" im Image der Stadt Salzburg

Bürgermeister Preuner präsentierte den aktuellen Stadt-Index: Verkehr und leistbares Wohnen sind die brennenden Themen für die Salzburger. Aufholbedarf gibt es auch bei der Kinderbetreuung. Und: Nach den Finanzskandal-Turbulenzen erholt sich jetzt das Image der Stadtverwaltung langsam wieder.

Ernestine Berger vom Institut für Grundlagenforschung erhob die Daten und präsentierte sie am Montag gemeinsam mit Magistratsdirektor Martin Floss und Bürgermeister Harald Preuner. SN/stadt salzburg/wildbild
Ernestine Berger vom Institut für Grundlagenforschung erhob die Daten und präsentierte sie am Montag gemeinsam mit Magistratsdirektor Martin Floss und Bürgermeister Harald Preuner.

"Es waren turbulente Zeiten, und die sind vom Haus gut gemeistert worden", sagt Meinungsforscherin Ernestine Berger. Vor zwei Jahren dominierten in der Öffentlichkeit der Finanzskandal und seine Folgen. Gelitten hat darunter auch das Image der Stadtverwaltung - die Werte für Eigenschaften wie "kompetent", "modern" oder "bürgernah" sanken spürbar. Statt wie zwei Jahre davor 42 Prozent der Salzburger betrachteten plötzlich nur mehr 18 Prozent die Stadtverwaltung als "politikunabhängig". Jetzt, zwei Jahre später und nach einer neuen Erhebung sind es immerhin schon wieder 22 Prozent. Generell hat sich das Image der Stadtverwaltung wieder verbessert. An die hohen Werte von 2015 kommt man aber noch nicht überall heran. "In den nächsten Jahren werden wir weiter daran arbeiten, die Dellen auszubessern", sagte ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner.

Bürokratisch, aber freundlich - so sehen die Salzburger die Verwaltung

Die Verwaltung wird aktuell überwiegend (60%) als "bürokratisch" wahrgenommen, "unbürokratisch" empfindet den Magistrat nur etwa jeder dritte Salzburger (32%). Spitzenwerte bekommt die Stadtverwaltung wenn es um Freundlichkeit (76 Prozent ("sehr" oder "eher freundlich"), Sympathie (75% "sehr" oder "eher sympathisch") oder Kompetenz ( (72% "sehr" oder "eher kompetent") geht. Im direkten Kontakt punkten die Mitarbeiter der Stadt Salzburg durchaus: 63 Prozent der Befragten berichten von positiven Erfahrungen, 30 Prozent haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Die Durchschnittsnote liegt bei 2,2 auf der Schulnotenskala.

Familien mit kleinen Kindern vergeben Note 2,6 für Kinderbetreuung

Besonders gut bewertet werden das Kulturangebot, der Zustand der Altstadt und das Angebot für Radfahrer. Die drei Punkte führen seit Jahren die Hitliste an. Im unteren Bereich der Skala liegen die Seniorenbetreuung, Angebote für Jugendliche, das Infoangebot für Frauen und das Kinderbetreuungsangebot. Während bei letzterem die Durchschnittsnote aller Befragten bei 2,37 liegt, liegt jene der Haushalte mit Kindern bis sechs Jahren bei 2,6. "Im Lauf der Jahre hat sich dieser Wert verbessert, aber hier haben wir sicher noch Nachholbedarf", sagte Preuner.

Leistbares Wohnen und Mobilität sind die Top-Anliegen der Salzburger

Die größten Herausforderungen bleiben aber ohnehin die Klassiker: Mobilität und Öffentlicher Verkehr, Entwicklung von leistbarem Wohnen und der Zustand der Verkehrsinfrastruktur sind die brennenden Themen für die Bürger der Stadt. Während das Thema Mobilität von 77 Prozent (2017) auf 70 Prozent (2019) leicht an Brisanz verloren hat - das liegt laut Meinungsforscherin Berger daran, dass sich hier merklich etwas getan hat - hat die Wichtigkeit von leistbarem Wohnen in den vergangenen zwei Jahren sogar noch zugenommen (plus 10 Prozent auf 65 Prozent).

500 Salzburger werden alle zwei Jahre befragt

Erhoben wird es in etwa alle zwei Jahre vom Instituts für Grundlagenforschung. Für die Umfrage wurden 500 repräsentativ ausgewählte Salzburger ab 18 Jahren befragt. Die Telefon- und Online-Befragung wurde im Juni durchgeführt, die statistische Schwankungsbreite der Daten beträgt +/-4,5 Prozent.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.10.2019 um 05:03 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/der-finanzskandal-hinterliess-dellen-im-image-der-stadt-salzburg-73453921

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