Politik

Der Tennengau wehrt sich gegen neue Vogelschutzgebiete

Die Tennengauer Bürgermeister lehnen den Vorschlag der 380-kV-Gegner vehement ab. Sie befürchten Einschränkungen durch den Naturschutz.

Der Tennengau wehrt sich gegen neue Vogelschutzgebiete SN/naturschutzbund
Das Gebiet „Osterhorngruppe – Salzburger Kalkvoralpen“ soll vom Nockstein bei Koppl (im Bild) bis nach Rußbach reichen.

Ein riesengroßes neues Schutzgebiet soll im Flachgau und im Tennengau seltenen Vögeln Lebensraum geben und - vor allem - die 380-kV-Leitung verhindern. Dieses Bestreben von Bürgerinitiativen, Naturschützern und den Gemeinden Koppl und Eugendorf stößt im Bezirk Hallein auf erbitterten Widerstand der Bürgermeister.

Mit einer im Vorjahr eingereichten Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel versuchen die Gegner der 380-kV-Freileitung ein insgesamt 519 Qua dratkilometer großes, auf viele Einzelflächen aufgeteiltes Vogelschutzgebiet durchzusetzen.

Dieses Gebiet "Osterhorngruppe - Salzburger Kalkvoralpen" soll vom Nockstein bei Koppl bis nach Rußbach reichen. Die Beschwerdeführer um den Salzburger Naturschutzbund und die Landesumweltanwaltschaft argumentieren, dass Österreich und Salzburg beim Ausweisen von Schutzgebieten im Rückstand sind.

Doch die Tennengauer Ortschefs denken nicht daran, die vielen weiteren Schutzgebiete zu akzeptieren. Der Scheffauer Bürgermeister Friedrich Strubreiter (ÖVP) zum Beispiel wehrt sich dagegen, dass "ein Natura-2000-Gebiet über unsere Köpfe hinweg geschaffen werden soll, ohne dass jemals mit uns geredet worden ist". Sein Abtenauer Amtskollege, ÖVP-Landtagsabgeordneter Hans Schnitzhofer, betont, dass alle Tennengauer Gemeinden mit Ausnahme von Annaberg-Lungötz betroffen wären. Keiner seiner Kollegen hätte etwas von dem Vorhaben gewusst.

Im Rahmen des Regionalverbands Tennengau haben die Bürgermeister unter der Führung des Kuchlers Andreas Wimmer (ÖVP) an Landeshauptmann Wilfried Haslauer einen Brief geschrieben. Darin steht, dass sich die Mitgliedsgemeinden klar gegen eine Verordnung eines Natura-2000-Gebietes in der vorgeschlagenen Form aussprechen.

"Wir sind mit der Vorgangsweise nicht einverstanden"

Auch die Gemeindevertretung in Abtenau beispielsweise hat einen einstimmigen Beschluss dagegen gefasst. Bgm. Schnitzhofer erklärt auf SN-Anfrage: "Erstens sind wir mit der Vorgangsweise überhaupt nicht einverstanden. Zweitens würde eine Unterschutzstellung Nutzungseinschränkungen bringen, die wir nicht wollen." Gegen ein bestehendes großes Schutzgebiet wie das Tennengebirge sei nichts einzuwenden. "Aber man kann nicht mitten in die Wirtschaft, also Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus, eingreifen." Das brächte den ländlichen Raum noch mehr unter Druck.

Die Stellungnahme des Regionalverbands bezieht sich auch auf eine Landkarte, auf der die 380-kV-Freileitungsgegner die Abgrenzungen der Schutzgebietsteile vorschlagen. Die Ortschefs halten fest, dass dieser Vorschlag "in keinster Weise mit den betroffenen Gemeinden abgestimmt wurde". Die Abgrenzungen seien völlig willkürlich vorgenommen worden. "Diese Vorgehensweise wird von unserer Seite auf das Schärfste verurteilt. Es ist nicht zu dulden, dass derartig weitreichende Maßnahmen völlig undemokratisch und ohne jegliche Beteiligung der betroffenen Gemeinden betrieben werden."

Die Bürgermeister haben sich unter anderem auch an die anderen Regierungsmitglieder, den Gemeindeverband und die Landwirtschaftskammer gewandt.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 12:15 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/der-tennengau-wehrt-sich-gegen-neue-vogelschutzgebiete-812338

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