Politik

Die Nationalbank sperrt in Salzburg zu

Wer Schilling in Euro tauschen will, muss das künftig per Post machen, nach Innsbruck fahren oder auf den Eurobus warten. Die Kasse schließt.

Mit 31. Dezember ist Schluss. Die Nationalbank-Kasse in der Franz-Josef-Straße/Ecke Wolf-Dietrich-Straße schließt. Der Grund: Auch die Nationalbank muss sparen. Und sie tut das bei ihren Standorten. Nach einer "Optimierungsanalyse" aus dem Vorjahr will die OeNB bis 2020 rund 100 Millionen Euro einsparen.

"Wir reduzieren unsere Zweigstellen und konzentrieren unsere Infrastruktur in Wien und Innsbruck", bestätigt Nationalbank-Sprecher Christian Gutlederer. Etwas, das auch im Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) nicht gut ankommt. Die ÖVP hatte vor wenigen Wochen angekündigt, mehr Bundesbehörden von Wien nach Salzburg holen zu wollen. Dass die Nationalbank jetzt in Salzburg schließe, sei "nicht in unserem Sinne", formuliert es Haslauers Sprecher.

In der Franz-Josef-Straße nutzen täglich einige Kunden die Kasse, um Schilling in Euro zu tauschen. "Es ist nach wie vor so, dass Schilling getauscht werden. Aber jedes Unternehmen muss sparen", sagt Claudia Karner-Fuchs, Nationalbank-Leiterin in Salzburg. Mit ihr arbeiten zwei weitere Kolleginnen dort.

Wer künftig Schilling in Euro tauschen will, hat drei Möglichkeiten: "Man kann ein Wertkuvert an uns schicken, das geht kostenlos per Post, und bekommt den Betrag gewechselt retour", sagt Gutlederer. Die zweite Möglichkeit sei, dass man am Standort in Innsbruck wechsle oder, drittens, auf den Eurobus warte. Der Bus kommt regelmäßig nach Salzburg zum kostenlosen Umtausch. "Natürlich gibt es immer noch Schilling-Restbestände. Aber die große Notwendigkeit, hier eine eigene Kasse zu unterhalten, gibt es nicht mehr", sagt der OeNB-Sprecher. 8,62 Milliarden Schilling sind österreichweit noch im Umlauf. Die Nationalbank geht aber nicht davon aus, dass diese bis auf den letzten Cent zurückkämen. Vieles sei in Sammlungen, manche Schillingnoten verloren oder verbrannt.

Das Gebäude in der Franz-Josef-Straße steht in Besitz der Nationalbank. "Der Standort selbst wird aufrechterhalten", sagt Gutlederer. Konkret werde die OeNB-Tochterfirma "Geldservice Aus tria" einziehen. Die Firma versorge Banken und Handel mit Bargeld. So gebe es am Standort Salzburg weiterhin einen Geldkreislauf, aber in der Franz-Josef-Straße selbst eben keinen Parteienverkehr mehr.

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