Politik

Diskussion der Bürgermeisterkandidaten in Hallein

In Hallein diskutierten Gerhard Anzengruber (ÖVP), Walter Reschreiter (SPÖ), Wilfried Vogl (Grüne) und Johann Feurstein (FPÖ) im Stadtkino zu Themen, die die Gemeinde bewegen.



Ein Fernsehbericht über die vermeintlich sterbende Halleiner Innenstadt, musikalisch unterlegt mit "Spiel mir das Lied vom Tod" - mit diesem Bild will sich keine der fünf Halleiner Parteien identifizieren. Für die Wahl am 9. März hat sich die Opposition das Ziel gesetzt, die Absolute der ÖVP zu brechen - diese hält 15 von 25 Mandaten, die SPÖ kommt auf sechs, FPÖ und Grüne auf je zwei.

Altstadtbelebung als gemeinsames Ziel

Bei der von den SN und der Salzburger Woche veranstalteten Podiumsdiskussion im Halleiner Stadtkino standen aber gemeinsame Anliegen im Vordergrund: Wie soll die Altstadt wirtschaftlich und kulturell belebt werden? Wie können sich Jung und Alt dort wohlfühlen?

Die gemeinsame Linie "steht": Anfang Februar trafen sich die Stadtparteien mit Vertretern des Tourismusverbands und des Vereins "Gemeinsam für Hallein" und einigten sich auf ein Stadtmarketing-Konzept. Gemeindevertreter und Bürgermeisterkandidat Wilfried Vogl (Grüne) sagte, das Bild von der sterbenden Altstadt sei "vollkommen überzogen". Vogl verwies auf Positiv-Beispiele: "Betriebe der Fachhochschule Salzburg werden sich in Hallein ansiedeln, das konnte rasch und unbürokratisch umgesetzt werden."

Fachhochschule als Chance

Bürgermeister Gerhard Anzengruber (ÖVP) schlug in dieselbe Kerbe: "Die Stadt zahlt den FH-Betrieben ein Jahr lang die Miete, das ist eine große Chance." Mithilfe des Altstadtkernfonds sei es zudem gelungen, 18 neue Betriebe in fünf Jahren anzusiedeln. "Das beweist, dass es gehen kann", sagt Anzengruber.

Handlungsbedarf sehe er im Bereich der nördlichen Stadteinfahrt, dort herrsche "Dornröschenschlaf". Der Stadtchef sagte, er verspreche sich Impulse vom dort geplanten Wohnprojekt "Neues Ufer". Zudem müsse man mit den Besitzern der leer stehenden Altstadtgebäude reden und sie für die Sanierung begeistern.

SPÖ-Vizebürgermeister Walter Reschreiter wohnt selbst in der Altstadt und ist für einen guten Branchenmix. Er verweist darauf, dass sein Arbeitgeber, die Laube GmbH für sozial-psychiatrische Aktivitäten, seit Jahren erfolgreich den Postpartner in der Altstadt betreibt. "Außerdem werde ich mich bemühen, dass wir einen Dritte-Welt-Laden nach Hallein bringen", sagt Reschreiter.

"Nicht ein Wettbüro nach anderem"

Auch die FPÖ mit Spitzenkandidat Johann Feurstein befürwortet einen Branchenmix, "nicht ein Wettbüro nach dem anderen". Er verwies jedoch auf die Schwierigkeiten mit der Ortsbildschutzkommission und dem Bundesdenkmalamt.

Erstmals in Hallein am Start stehen die Neos mit Spitzenkandidat Alexander Eisenmann. Er meldete sich im Wahlkampf mit der Idee eines Hotels im Keltenmuseum zu Wort, "das fehlt ohnehin in der Altstadt". Für die Jugend wolle er das "Rockhouse" nach Hallein bringen.

Eisenmann übte als Einziger harsche Kritik: Es sei bemerkenswert, dass sich die Fraktionen erst vier Wochen vor der Wahl auf ein Stadtmarketing-Konzept geeinigt hätten - "aber besser spät als nie".

Weitere Konsens-Themen in Hallein sind der Ausbau der Kinderbetreuung, die Schaffung von Arbeitsplätzen - vor allem für Jugendliche - und die Senkung der hohen Wohnungskosten.

Aufgerufen am 23.10.2018 um 08:04 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/diskussion-der-buergermeisterkandidaten-in-hallein-3836845

Schlagzeilen