Politik

Drängen auf die Ausweitung der Fußgängerzone

Jetzt scheinen sich alle einig: Salzburg braucht eine dauerhafte Lösung für den Verkehr in der Altstadt. Das bedeutet: weniger Autos.

Das Ende der "Mittagsregelung" in der Salzburger Innenstadt ist für heuer gekommen. War diese ein Erfolg? Ja, sagen SPÖ und Bürgerliste. Nein, meinen ÖVP und die Sprecher der Altstadtkaufleute.

Wobei: In einem sind sich offenbar alle einig. Dass eine Regelung her muss, welche das ganze Jahr gilt, die jeder versteht und die ordentlich kommuniziert werden kann.

So plädiert auch LH-Stv. und ÖVP-Chef Wilfried Haslauer für eine Ganzjahresregelung. Derzeit gelte jedes Jahr ein anderes System, es fehle Klarheit, kritisiert er. Unbestritten ist auch für Haslauer, dass eine gewisse Restriktion des Individualverkehrs notwendig sei. Wie die Lösung im Detail aussehen solle, müsse auch mit den Kaufleuten erarbeitet werden. "Ich kann mir auch eine Ausweitung der Fußgängerzone vorstellen", sagte Haslauer. Keinesfalls dürfe aber neuerlich die Botschaft verbreitet werden, Salzburg sei gesperrt: "Die Erreichbarkeit der Innenstadt muss sichergestellt sein."

Im Sternbräu formierten sich Donnerstagvormittag inzwischen die Fundamentalgegner der "Mittagsregelung": Neben Hausherr Harry Kratzer auch Peter Harlander vom Salzburger Wirtschaftsbund. Er präsentierte eine druckfrische Umfrage unter ausgewählten Kaufleuten der Innenstadt.

Resümee: "Die Umsetzung ist skandalös in die Hose gegangen." 339 der 2100 Mitglieder des Altstadtverbands wurden interviewt. Die stellen der Regelung ein "katastrophales Zeugnis" aus: Die Durchschnittsnote "Genügend" gäben die Kaufleute der Regelung. Über 90 Prozent der Befragten lehnen eine Fortsetzung der Innenstadtsperre in dieser Form ab.

Immerhin gibt es auch versöhnliche Worte: Eine Ganzjahreslösung begrüßt auch Harlander, "wenn es eine ernst gemeinte Diskussion gibt und auch die Unternehmer mit einbezogen werden." Dafür wären laut Harry Kratzer auch die Kaufleute bereit, Geld in die Hand zu nehmen.

Ob der Umsatz der Altstadtkaufleute wirklich so stark zurückgegangen ist, wird sich bald herausstellen: Die Stadt wird dem Vernehmen nach vom Finanzamt anonymisierte Umsatzsteuerdaten verlangen, aus denen der Geschäftsgang dann eindeutig ablesbar ist.

Alfred Denk, Chef der Parkgaragengesellschaft, stellt jedenfalls fest: "Nachdem die Kommunikation verbessert wurde, hat sich die Belegung der Garagen wieder eingependelt." Sie habe sich zuletzt trotz noch geltender "Mittagsregelung" wieder auf normalem Niveau stabilisiert.

Planungsstadtrat Johann Padutsch ist mit dem vergangenen Monat zufrieden, will aber ebenso eine dauerhafte Regelung. Er denkt auch schon an den nächsten Schritt. Konkret hat er die Fläche zwischen Altstadt und Salzach im Auge: Sie solle nicht nur für den Autoverkehr "verplempert" werden.

((sn-prl, Resch, Via).)

Aufgerufen am 21.06.2018 um 02:57 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/draengen-auf-die-ausweitung-der-fussgaengerzone-5838868

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