Politik

Emir zur Behandlung in Salzburg: Politischer Schlagabtausch im Landtag

FPÖ-Klubobfrau Marlene Svazek wollte von Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) wissen, welche Ressourcen für die Behandlung benötigt wurden.

Es hatte einen gewissen Symbolwert: Während im Salzburger Landtag der umstrittene Aufenthalt des Emirs von Kuwait, Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Saba, in den Salzburger Landeskliniken (SALK) diskutiert wurde, kehrte der Betroffene der Stadt sprichwörtlich den Rücken. Am Airport rechnete man mit einem Abflug des Staatsoberhaupts noch vor Mittag. Zuvor gab es einen tagelangen Aufruhr, weil der 89-Jährige und seine Familie mehrere Sonderklassezimmer in Anspruch genommen hatte. "Es geht um Gesundheitschecks und Untersuchungen, die er regelmäßig durchführen will", sagte dazu SALK-Geschäftsführer Paul Sungler den SN vorige Woche, nachdem sich der Emir ab Mittwoch im Landeskrankenhaus aufhielt.

"Aufgebrachte Anrufer"

FPÖ-Klubobfrau Marlene Svazek wollte von Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) wissen, welche Ressourcen und Kapazitäten durch den Besuch des Emirs im Landeskrankenhaus gebunden wurden. "Zahlreiche aufgebrachte Anrufer berichteten uns von Einschränkungen, Entlassungen und belegter Ressourcen durch den Emir von Kuwait samt Tross", sagte Svazek, die "Transparenz und Aufklärung forderte".

"Genügend Kapazitäten"

"Ich habe als Gesundheitsreferent nicht einen Anruf bekommen, dass das ein Problem wäre", antwortete Stöckl. Zu Details äußerte sich Stöckl unter Verweis auf den Datenschutz nicht. Nur so viel: "Im Orthotrauma-Bereich (wo der Emir und seine Entourage untergebracht waren, Anm.) hatten wir noch Platz und zusätzliche Kapazitäten, meinte Stöckl. In der ersten Aprilwoche habe die Auslastung 85 Prozent betragen. Auf Nachfrage Svazeks, wie viel sich der Emir die Behandlung in den SALK kosten habe lassen, meinte Stöckl, die Höhe stehe noch nicht endgültig fest. Er werde noch prüfen, "ob das ebenfalls unter den Datenschutz fällt. Aber ich gehe davon aus."

Patientenvertretung: Keine Beschwerden

Bei der Patientenvertretung des Landes sei "akut nichts aufgeschlagen" in Verbindung mit dem Besuch des Emirs von Kuwait, teilte Leiterin Mercedes Zsifkovics auf SN-Anfrage mit. Solche Behandlungen seien aus Sicht der Patientenvertretung jedenfalls nur dann in Ordnung, wenn daraus "keine Nachteile für die Bürger" entstehen.

Quelle: SN

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