Politik

Fahren Batteriebusse bald auch in Salzburg?

In Wien verkehren seit vier Jahren E-Busse ohne Oberleitung. Albus will einen solchen Bus auch bald in Salzburg fahren lassen- auch wenn die E-Busse mehr kosten.

Was können Elektrobusse mit Akku, die ohne Oberleitungen auskommen? Vertreter von Stadt und Land Salzburg sowie von Salzburger Verkehrsunternehmen machten sich am Montag in Wien davon ein Bild. In Wien fahren seit vier Jahren zwölf solcher Batteriebusse mit jeweils 41 Sitz- und Stehplätzen auf den Linien 2 und 3.

Aufladen müssen sie sich nur ein Mal pro Tour an der Endhaltestelle. Dazu dockt ein ausfahrbarer Stromabnehmer für wenige Minuten an der Straßenbahn-Oberleitung an. Geht es nach den Wiener Linien, sollen bald größere Batteriebusse gekauft werden.

Auch in Salzburg gibt es eine Gruppe, die sich für einen baldigen Einsatz von Batteriebussen starkmacht. Ein Motor ist hier die Dr.-Richard-Gruppe, der 51 Prozent des Albus gehören. Eigentümer Ludwig Richard betont, dass man mit dem chinesischen Batteriebus-Hersteller BYD bereits in Gesprächen sei, um einen solchen Bus anzuschaffen. Das Problem: "In der Anschaffung kostet ein Batteriebus um bis zu 300.000 Euro mehr als ein Dieselbus." Konkret rechnet Richard mit rund 450.000 Euro Anschaffungskosten pro Bus sowie rund 50.000 Euro für die Lade-Infrastruktur. Richard hofft aber, dass man sich über die gesamte Lebensdauer einen Teil davon über die geringeren Betriebskosten einsparen kann. Weitere Probleme seien die Ladezeit (vorzugsweise in der Nacht), die geringere Reichweite von 250 Kilometern sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. "Anfangs wird es daher zwei solcher Busse brauchen, um immer einen davon tatsächlich auf der Straße zu haben."

Richard und Albus hoffen daher auch auf Unterstützung durch die öffentliche Hand. Das ist für Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG) vorstellbar. Denn er investiere lieber einen sechsstelligen Betrag in diese neue Technologie "als in weitere Oberleitungen, die man vielleicht nur mehr zehn Jahre braucht". Mayr spielt damit auf die Pläne der Bürgermeister Heinz Schaden (Stadt Salzburg) und Richard Hemetsberger (Grödig) an, den Obus in die südliche Stadtrandgemeinde zu verlängern.

Verkehrslandesrat Mayr ist das gar nicht recht. Er präferiert, wie berichtet, zunächst eine Umleitung der Linie 35 über das Grödiger Zentrum. "Und laut Aussagen von Dr. Richard wäre schon heuer im Herbst der Einsatz eines Batteriebusses möglich."

Auch Christian Struber, Aufsichtsratschef der Salzburg AG, findet eine Oberleitung nach Grödig "unsexy". Manche Experten prophezeien sogar, dass es in zehn Jahren keine Oberleitungen mehr geben werde.

So weit will Christian Struber nicht gehen: "In den nächsten Jahren wird es wohl ein Neben einander von Batterie- und Obussen geben."

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