Politik

Fahrverbot für Eltern in Salzburg: "Schule und Auto passen nicht z'amm"

Die Stadt Salzburg will Fahrverbote vor Schulen. Eltern-Autos blockieren Straßen und gefährden Kinder. Andere Gemeinden haben schon reagiert.

Keine Autos zwischen 7 und 8.30 Uhr - Fahrverbote wir diese sollen vor den Volksschulen Lehen, Mirabell, Mülln, Morzg und Maxglan kommen. Das hat die Salzburger Stadtpolitik erklärt. Zahlreiche Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, würden dort immer wieder für gefährliche Situationen auf den Straßen sorgen.

Solche Probleme kennt man in Hallein nicht. Die Stadt beschäftigt ihre eigene Polizei. Deshalb steht morgens und mittags ein Beamter beim Schulzentrum Burgfried, um den Weg für die Kinder zu sichern. Bürgermeister Gerhard Anzengruber (ÖVP): "Den ,Lieferservice' der Eltern, die Kinder bis vor die Schultür bringen, kennen wir auch. Allerdings traut sich keiner, sich gegen die Straßenverkehrsordnung aufzuführen." Die Polizei vor den Schulen sorge zusätzlich für Verkehrssicherheit. Etwa, indem sie Eltern im Winter ermahne, die Scheiben des Autos ordentlich schnee- und eisfrei zu kratzen.

Einen ruhigen Start in das neue Schuljahr erwartet Bürgermeister Georg Gappmayer (ÖVP) für Tamsweg. Das Schulzentrum sei so gestaltet, dass Eltern die Möglichkeit hätten, davor zu parken. Ein Fahrverbot sei daher kein Thema, sagt er.

Anders im Pinzgau: Katharina Jan leitet die Kinderbetreuung Bahnhof in Saalfelden. Sie berichtet, dass die Straße zum Kindergarten "eine rote Zone" sei. Mittlerweile habe man das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit beschränken lassen. Auch die Zufahrt wurde verkürzt. "Dass Kindergartenkinder von den Eltern gebracht werden, ist klar und okay. Umso besser müssen Autofahrer aufpassen."

Anreize schaffen statt Verbote - dieses Motto mag Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG). In seiner Zeit als Bürgermeister von Goldegg habe er Mädchen und Buben zum Kilometersammeln gebracht. "Die Klasse, die die längste Strecke im Schuljahr zu Fuß erzielt hat, hat einen Ausflug geschenkt bekommen", erzählt er. Die größte Gefahr auf dem Schulweg gehe von dem hohen Verkehrsaufkommen zu den Stoßzeiten aus. "Eltern-Autos, gehende und fahrradfahrende Kinder - da passiert immer wieder etwas." 2016 kam es im Bundesland zu 40 Unfällen mit Kindern auf dem Schulweg. Mayr: "Schule und Autos passen nicht z'samm."

Einen Tipp für Eltern hat Sabine Gabath, Bezirksvorsitzende der Kinderfreunde: "Für Jüngere ist es schwer, die Geschwindigkeiten von Autos einzuschätzen. Oft können sie die Gefahr nicht beurteilen." Deshalb lasse sie ihre vier Kinder auf einem Parkplatz bei abgestelltem Motor auf dem Fahrersitz Platz nehmen. "Nun können sie selbst sehen, wie viel der Autofahrer wirklich sieht - eben nicht immer alles."

Sicherer Schulweg: Warnwesten schützen, Smartphones in der Hand lenken ab

Sichtbar, selbstbewusst und vorsichtig sollen Kinder auf Salzburgs Straßen sein. Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung, ist seit 1987 mit Kindern im Verkehr unterwegs - und Fan von Warnwesten.


Fahrverbot vor Schulen - ja oder nein?
Friedrich Schmidhuber: Ich befürworte, dass Schüler nicht bis fast in die Garderobe gefahren werden. Durch Bring- und Holfahrten entsteht sehr viel Verkehr. Und der Transport im Auto verhindert, dass ein Kind selbstständig am Verkehr teilnimmt.

Was können Eltern ihren Kindern auf dem Weg in die Schule zumuten?
Abhängig von Alter und Konstitution sind ein paar Meter oder auch ein bis zwei Kilometer zu Fuß völlig in Ordnung. Unser Zugang lautet SSV - nicht "Sommerschlussverkauf", sondern "sichtbar, selbstbewusst, vorsichtig". Das sind die besten Voraussetzungen für einen sicheren Schulweg. Ein paar Schritte in der Früh sorgen auch dafür, dass Sauerstoff getankt wird.


Wie fallen Mädchen und Buben auf den Straßen am besten auf?
Warnwesten sind Gold wert. Auch, wenn Kindergruppen unterwegs sind - dann stechen sie Autofahrern sofort als gelbe Flecke ins Auge.

Gibt es neben Autos andere Gefahren im Verkehr?
Handys. Auf jeden Fall. Wenn Kinder auf Gehsteigen mit dem Smartphone in der Hand gehen und dauernd auf das Display schauen, übersehen sie schnell querende Autos.

Aufgerufen am 24.09.2018 um 05:32 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/fahrverbot-fuer-eltern-in-salzburg-schule-und-auto-passen-nicht-z-amm-17185198

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