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Festakt in der Schwarzenberg-Kaserne: Anton Waldner übernimmt das Militärkommando Salzburg

Bei einem Festakt in der Schwarzenberg-Kaserne hat am Dienstag Brigadier Anton Waldner (57) das Zepter des Militärkommandanten von Salzburg in die Hand genommen.

Die feierliche Übergabe. SN/land salzburg/riedlsperger
Die feierliche Übergabe.

Waldner erklärte, das Bundesheer habe als Dienstleister im nationalen und internationalen Bereich seine Daseinsberechtigung. Die Einsatzbereitschaft für Hilfs- und Assistenzeinsätze erfordere eine Stärkung des Personals und der Miliz.

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat den gebürtigen Osttiroler am 11. Juli 2018 zum Militärkommandant von Salzburg bestellt. Der Minister folgte dabei der Empfehlung einer unabhängigen Bewertungskommission. Waldner folgte Heinz Hufler nach, der knapp sieben Jahre lang Salzburgs oberster Militär war und sich Ende März in den Ruhestand verabschiedet hat. Bis zur Amtsübergabe hat Oberst Franz Pritz interimsmäßig die Führung des Militärkommandos übernommen.

Gleich zu Beginn des Festaktes stellte sich der obligate Salzburger Schnürlregen ein. Waldner wertete die "Regentaufe" als gutes Zeichen für seinen Amtsantritt. Am 14. Juli 1986, als er mit seiner angetrauten Frau Helene die Hochzeitskirche verließ, regnete es in Strömen. "Das war ein gutes Omen für uns."

Der Brigadier bedankte sich in seiner Ansprache für das "gut aufgestellte Kommando", das er nun übernehme. Er habe das Militärkommando Salzburg "von außen" als loyalen Heereskörper wahrgenommen, der militärische Aufträge loyal erfülle und ein verlässlicher Partner für Salzburg und die Salzburger Bevölkerung sei. Er werde daran arbeiten, dass dies so bleibe und noch ausgebaut werde.

Waldner sammelte unter anderem Auslandserfahrung im Kosovo und war stellvertretender Kommandant der KFOR-Truppe. Von März 2017 bis März 2018 war er Kommandant der EUFOR-Truppe in Bosnien und Herzegowina. In seiner Rede verwies er auf seine Auslandseinsätze und gab zu bedenken, dass Österreich und Salzburg mit Wohlstand gesegnet seien und in "welch traumhaft schöner Umwelt wir leben". Dieses seltene, aber verletzliche Gut gelte es zu bewahren, betonte der Vater von zwei Kindern.

"Enge Zusammenarbeit unerlässlich"

Für das Militär unerlässlich sei eine enge Zusammenarbeit mit den Baulichtorganisationen und wehrpolitischen Verbänden, sagte Waldner. "Wir schaffen es, mit bescheidenem Budget im militärischen Einsatz zu bestehen und zu glänzen." Die Stärke des Heeres liege im Personal sowie in der militärischen und sozialen Kompetenz. Er übernehme das Kommando mit "Freude und Respekt". Die künftigen Aufgaben des Bundesheeres in Salzburg sah der Brigadier vor allem in der Fortführung der "herausragenden Zusammenarbeit" zwischen dem Bundesheer mit dem Land Salzburg, den Gemeinden, den Bezirken und den Einsatzorganisationen im Bundesland sowie der Festigung und Stärkung von Salzburg als wichtiger zentraler Standort des Bundesheeres in Österreich.

Der Kommandant der Landstreitkräfte, Franz Reißner, gab dem neuen Militärkommandanten noch ein paar Ratschläge auf den Weg. Er soll eine offene und transparente Linie einer klaren Meinungsäußerung zum Wohle des Heeres verfolgen. Eine große Herausforderung für das Bundesheer in Salzburg sei die "personelle Mehrung". Aufgrund der Pensionierungswelle und sinkenden Anzahl von Grundwehrdienern - die Konkurrenz zum Zivildienst mache sich bemerkbar - müsse mehr Personal gewonnen werden. Voraussetzung dafür sei ein korrekter Umgang mit den Soldaten.

Grüße des Verteidigungsministers

Nationalratsabgeordneter Reinhard Eugen Bösch (FPÖ) richtete Grußworte des Verteidigungsministers aus. Er versicherte, dass die Bundesregierung das Militär und die Miliz stärken wolle, die Abschaffung der Milizübungen solle rückgängig gemacht werden. Die Bundesregierung habe vereinbart, den Investitionsstopp zu beenden. Ein Budget von 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2020 sei noch zu wenig, am Ende der Legislaturperiode "müssen wir ein Regelbudget von drei Milliarden Euro erreichen, um auch im Rahmen der Sicherheitspolitik der Europäischen Union handlungsfähig zu bleiben".

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), der im Regen ebenfalls nass geworden ist und dem Waldner ein Trockentuch gereicht hatte, erklärte, das Bundesheer in Österreich könne nur durch "das Prinzip der Nähe" funktionieren, die Bundesländer würden die Strukturen dazu liefern. "Wir werden das Bundesheer auch in Friedenszeiten brauchen." Das Salzburger Militärkommando gebe den politischen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung Sicherheit, stets da zu sein, wenn Hilfe benötigt werde.

Quelle: APA

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