Politik

Flachgau soll zusätzlichen Kinderarzt bekommen

Ärztekammer und Gebietskrankenkasse vereinbarten eine neue Planstelle. Diese zu besetzen wird nicht leicht. Auch, weil viele Mediziner in der Kinder- und Jugendheilkunde lieber eine Wahlarztpraxis aufmachen.

Ärztekammer und Gebietskrankenkasse vereinbarten eine neue Stelle im Flachgau. SN/APA (dpa/Symbolbild)/Patrick Ple
Ärztekammer und Gebietskrankenkasse vereinbarten eine neue Stelle im Flachgau.

In Salzburg soll es eine zusätzliche Arztstelle für Kinder- und Jugendheilkunde geben. Das haben Ärztekammer und Gebietskrankenkasse in ihren Vertragsverhandlungen für dieses Jahr vereinbart. Die Stelle soll im Flachgau angesiedelt sein und zusätzlich zu den Kinderärzten in Oberndorf und Neumarkt die dortige Versorgung verbessern.

Ausgeschrieben werden soll die Stelle mit dem 1. Jänner 2020, Ziel ist eine Besetzung im Laufe des kommenden Jahres, heißt es von Seiten der Salzburger Gebietskrankenkasse.

Besetzung dürfte schwierig werden

Die Besetzung dürfte nicht ganz einfach sein. Zwar ist die Kinder- und Jugendheilkunde kein Mangelfach. Trotzdem gibt es österreichweit Probleme mit Nachbesetzungen. Zuletzt konnte eine Stelle in der Stadt Salzburg erst nach knapp dreijähriger Suche besetzt werden - die SN berichteten exklusiv. Man sei sich der Problematik bewusst, sagt Andreas Huss, Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse. Deshalb habe man beim vergangenen Honorarabschluss mit der Ärztekammer neben den Allgemeinmedizinern auch die Honorierungen der Kinderärzte verbessert. "Diese beiden Arztgruppen haben andere Rahmenbedingungen als Mediziner in technischeren Fächern. Die Behandlungen sind oft gesprächsintensiv und benötigen Zeit, das muss auch anders honoriert werden."

Kinderärzte eröffnen häufig lieber eine Wahlarztpraxis

Ein Problem bei den Besetzungen ist auch, dass Kinderärzte häufig lieber Wahlarztpraxen eröffnen, als eine Kassenstelle zu besetzen. Das liege auch daran, dass es in der Kinder- und Jugendheilkunde einen größeren Anteil an Medizinerinnen gebe, heißt es von Seiten der GKK. In der Wahlarztpraxis habe man eine größere Flexibilität was die Arbeitszeiten beträfe. Man habe zuletzt aber viel dafür getan um den Medizinern bei den Kassenstellen entgegenzukommen.

Stöckl: Verbesserungen bei gesetzlichen Rahmenbedingungen

Auch Salzburgs Gesundheitsreferent Christian Stöckl räumt ein, dass man bei der Attraktivität der Kassenstellen durchaus Verbesserungsbedarf habe. Hier sei aber zuletzt viel passiert. So hätten die Sozialversicherungen gerade bei den Honorarordnungen in der Kinder- und Jugendheilkunde Verbesserungen vorgenommen. Zudem bestehe mittlerweile eine große Bereitschaft, den Ärzten bei den Praxiseröffnungen Hilfestellungen zu bieten. "Wir hören auch von vielen jungen Medizinern, dass sie gerne Gemeinschaftspraxen führen würden oder lieber in Anstellungsverhältnissen tätig wären." Gerade bei diesem Punkt gebe es bald auch gesetzlich bessere Möglichkeiten, weil durch eine Gesetzesänderung bald Ärzte andere Ärzte anstellen dürfen. "Hier ist in Zusammenarbeit mit Bund, den Sozialversicherungen und den anderen Landesgesundheitsreferenten zuletzt viel passiert", sagt Stöckl. Mit diesen Maßnahmen soll es gelingen, auch die neue Planstelle im Flachgau rasch zu besetzen.

FPÖ: Freude über Zustimmung der ÖVP

Die FPÖ sieht sich mit der zusätzlichen Stelle in einer Forderung bestärkt. Es sei ein unzumutbarer Zustand gewesen, dass es für die rund 150.000 Bewohner des Flachgaus lediglich zwei Kinderärzte gebe, sagt Landtagsabgeordneter Sebastian Stöllner. "Deshalb haben wir für die kommende Landtagsausschusssitzung am
Mittwoch einen dementsprechenden Antrag eingebracht, um für mehr Kassenstellen
zu sorgen", sagt Stöllner. Er freue sich deshalb über die Zustimmung der ÖVP.

Quelle: SN

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