Politik

Flüchtlinge in Salzburg: Neues System regelt Ausreise

Die Stadt will nun eine bessere Versorgung der zahlreichen Flüchtlinge an der Grenze zu Freilassing . Ein System mit farbigen Bändern sorgt für eine geregelte Ausreise.

Stadt und Land Salzburg wollen in den nächsten Tagen die Versorgung der Flüchtlinge beim Zollamtsgebäude am Grenzübergang Freilassing ausweiten. Geplant ist ein Zelt für 160 Personen auf dem Areal, wo die Lastwagen vom Zoll abgefertigt werden. Die reguläre Zollabfertigung soll vorübergehend in die Nähe des Flughafens übersiedeln.

Ein System mit farbigen Bändern und Nummern hat sich inzwischen bewährt: Mit diesen wissen die Flüchtlinge, zu welcher Gruppe sie gehören und wann sie an die Reihe kommen.Ein Schild mit der Aufschrift "Next to Germany" zeigt an, welche Gruppe als nächstes über die Grenze darf.

Seit Montagabend erfolgt der Übergang nach Deutschland für Flüchtlinge über den Steg oberhalb der Kraftwerks und nicht mehr über die Autobrücke. Der reguläre Verkehr an der Grenze wird dadurch wesentlich entlastet. 30 Personen pro Stunde werden durch die deutsche Polizei über die Grenze gelassen. Das Gelände beim alten Zollamt an der Grenze ist mittlerweile umzäunt und gereinigt. Die Zutrittskontrolle wird vom österreichischen Bundesheer durchgeführt.

Freiwillige übergeben Koordination an BehördenBis Anfang dieser Woche lag die Versorgung der Flüchtlinge an der Grenze hauptsächlich in der Hand von Freiwilligen. Eine wesentliche Rolle dabei spielte die eigens erstellte Facebook-Seite "Salzburg und Freilassing helfen - in der Mitte". Trotz der neuen Versorgungssituation durch die Stadt Salzburg bitten die Freiwilligen weiterhin um Helfer vor Ort.

Man kann sich dafür auf Facebook in Schichtpläne eintragen. Kleidung und Decken werden derzeit keine mehr benötigt, die Räume im Zollamtsgebäude sind voll. Von offizieller Seite heißt es außerdem, dass aus logistischen Gründe eine Anlieferung von Spenden durch Privatpersonen direkt an die Grenze nicht mehr nötig und möglich sei.
Erkältungen unter Kontrolle Nachdem letzte Woche einige Kinder und Erwachsene mit grippalen Infekten ins Krankenhaus gebracht werden mussten, berichtet das Rote Kreuz Dienstagmorgen, dass es keinen besorgniserregenden Anstieg an Erkrankungen gab. Am Hauptbahnhof führte das Rote Kreuz in der Nacht auf Dienstag 51 medizinische Hilfsleistungen durch, am Grenzübergang waren es 40. Vier Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. "Wenn das Zelt kommt, werden wir die Erkältungen noch besser im Griff haben", sagt Rot-Kreuz-Sprecherin Tanja Reitmeier.

Sonderzüge werden nur flexibel eingesetztÖsterreichweit hat sich die Flüchtlingssituation am Dienstag zumindest vorübergehend etwas entspannt. In der Nacht auf Dienstag kamen deutlich weniger als in den vergangenen Tagen über die ungarische Grenze im Burgenland an. Unklarheit herrscht unterdessen weiter darüber, wie lange es noch Sonderzüge für Flüchtlinge Richtung Deutschland geben wird. Der Verkehr von Sonderzügen wird auch künftig wohl immer nur für ein paar Tage geregelt werden. "Wir reagieren flexibel, alles andere macht keinen Sinn", sagte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums der APA. Dienstagvormittag konnten 400 Flüchtlinge mit einem Sonderzug vom Salzburger Hauptbahnhof nach Deutschland gebracht werden. Die Bahnhofsgarage war danach nahezu leer.

Salzburg bedankt sich bei den ehrenamtlichen HelfernDas Land Salzburg, die Caritas und der Österreichische Integrationsfond laden alle freiwilligen Helfer ein, an einer Tagung zum Thema Flüchtlingshilfe teilzunehmen. Ziel der Tagung sei es, "die Erfolge, Chancen, Risiken, Probleme, aber auch Freuden bei der Freiwilligenarbeit " zu beleuchten, heißt es in der Einladung. Die Tagung findet am 30. Oktober im Schulzentrum in Neumarkt statt. Eine Anmeldung ist notwendig.

Caritas bittet um Sachspenden am BahnhofFür die ankommenden Schutzsuchenden bittet die Salzburger Caritas auf ihrer Homepage und auf Facebook laufend um Lebensmittel und Hygieneartikel. Aktuell benötigt die Hilfsorganisation besonders dringend:

- Bananen
- Äpfel
- Saftpackerl
- Haltbar-Milch
- Kakao-Trinkpackerl
- Kekse
- Einweg-Rasierer
- Rasierschaum

Die Spenden können täglich von 8-20 Uhr im Caritas Stützpunkt in der Ferdinand-Porsche-Straße 10 (ehemaliger Billa, gegenüber Hotel Europa) abgegeben werden. Mit Winterkleidung ist die Caritas momentan gut versorgt.

(Sn-kat, Apa)

Aufgerufen am 20.06.2018 um 02:03 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/fluechtlinge-in-salzburg-neues-system-regelt-ausreise-2096662

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