Politik

Fluglärm-Streit: Wie Salzburg auf Bayern zugehen will

Bis Dienstagnachmittag wird im Bürgerbeirat ein Kompromisspaket verhandelt. Am Donnerstag soll es bei einem Gipfelgespräch in Wien vorgelegt werden.

Fluglärm-Streit: Wie Salzburg auf Bayern zugehen will SN/robert ratzer
Der Fluglärm bleibt das große Streitthema zwischen Salzburg und Bayern.

Am Donnerstag steigt, wie berichtet, im Verkehrsministerium in Wien ein hochrangiger Fluglärm-Gipfel. Teilnehmen werden neben Vertretern von Flughafen, Austro Control und dem Bürgerbeirat auch Politiker wie Vizebgm. Harald Preuner für die Stadt und LH-Stv. Christian Stöckl (beide ÖVP) für das Land. Aber auch bayrische Politiker werden anreisen - die sich zuletzt ja unter Protest aus dem Bürgerbeirat zurückgezogen hatten. Kommen werden Landrat Georg Grabner (CSU) sowie die Bürgermeister aus Freilassing, Ainring und Saaldorf-Surheim.

Am Montag wurde im Bürgerbeirat das Papier verhandelt, das den Bayern am Donnerstag vorgelegt wird - als Entgegenkommen zu jenen elf Forderungen, die die Bayern im Juni postuliert haben. Fix scheint, dass den Bayern folgende Punkte angeboten werden: Die Südan- und abflüge sollen mehr und die Nordan- und -abflüge, die vor allem die Bayern belasten, weniger werden. Derzeit hält man hier bei einem Verhältnis von 91 (Nord) zu neun Prozent (Süd). Damit ist man bei dem vom früheren bayrischen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ausgegebenen Wunsch-Verhältnis von 70:30 weit entfernt. Das gesteht auch Flughafen-Aufsichtsratschef Stöckl ein: "Aber die Routenwahl kann man nicht verordnen, weil die Letztentscheidung aus Sicherheitsgründen der Pilot trifft." Der Flughafen verhandle aber intensiv mit den Fluglinien, damit diese die neueste Navigationssoftware verwenden, die mehr Südflüge ermögliche. Eine Quote könne man aber nur garantieren, wenn es hier fixe Zusicherungen von Austrocontrol und Fluglinien gebe, sagt Stöckl: "Dann muss aber garantiert sein, dass die Bayern bei 70:30 bleiben und nicht mehr wollen." Weiters stellt Stöckl in Aussicht, dass der Flughafen an einigen Tagen statt um sechs erst um sieben Uhr morgens starten könnte: "Aber nur, wenn trotzdem alle wichtigen Anschlussflüge erreicht werden." Auch mehr Geld für Lärmschutzfenster sei möglich.

Dem Freilassinger Bgm. Josef Flatscher (CSU) reicht das nicht: "Wir bekommen ja auch Lärm ab, wenn Freilassing nicht direkt überflogen wird." Gäbe es Verbesserungen, würde sie die bayrische Seite gerne annehmen: "Papier ist aber sehr geduldig. Ich rede gerne mit der Salzburger Seite. Aber uns kommt vor, dass da nur Zeit geschunden wird."

Quelle: SN

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