Politik

Frau Bürgermeister, die Rabenmutter?

Immer noch kämpfen Frauen in der Politik in Salzburg gegen veraltete Rollenbilder. Die Familie müsse mitspielen, sagt Landeshauptmann Haslauer. Das gelte besonders für Frauen.

"Es geht nicht ohne Frauen", betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) beim Treffen von Gemeindebundpräsident Alfred Riedl und den acht Salzburger Bürgermeisterinnen. Doch die Reaktionen auf Frauen, die sich in der Politik an vorderster Front engagieren, sind nicht immer angenehm. Zu spüren bekam das etwa Tanja Kreer (SPÖ), die seit einem Monat als Bürgermeisterin von Straßwalchen im Amt ist. Der Mutter zweier Kinder sei im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt der Ausdruck "Rabenmutter" an den Kopf geworfen worden. "Es hat mich nur stärker, nicht schwächer gemacht", sagt Kreer. Im Übrigen sei sie der Meinung, dass es der Politik gut tue, "wenn Frauen mit Kindern am Werk sind". Außerdem habe es auch sehr positive Reaktionen gegeben.

Auch beruflich betrachtet sei es ein Sprung ins kalte Wasser, sagt Sonja Ottenbacher (ÖVP). Den Job als Bürgermeister könne man nur im Amt erlernen. Sie ist seit 2004 Bürgermeisterin von Stuhlfelden und seit Kurzem neben Roswitha Glashüttner aus Liezen eine der beiden Vizepräsidentinnen des Gemeindebunds.

Einer Frau an der Spitze der Gemeinde schaue man zwei Mal so genau auf die Finger wie einem Mann, ergänzt Andrea Pabinger (ÖVP), die Bürgermeisterin von Lamprechtshausen. Deshalb seien Vernetzung und Austausch für Frauen besonders wichtig. Österreichweit gibt es 168 Bürgermeisterinnen.

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