Politik

Freie Räume für Krabbler nutzen

Warum 24 städtische Krabbelgruppen-Plätze kein Wahlkampfgetöse sind und die Rauchmühle kein Prestigeobjekt: Ein Gnigler geht gern neue Wege.

Gnigler, Lehrer, „roter“ Gemeinderat: Sebastian Lankes, 33 Jahre alt, fuhr bei den Stadt Nachrichten auf seiner Vespa vor. SN/sw/vips
Gnigler, Lehrer, „roter“ Gemeinderat: Sebastian Lankes, 33 Jahre alt, fuhr bei den Stadt Nachrichten auf seiner Vespa vor.

Redaktion: Herr Lankes, die SPÖ hat angestrengt, dass die Stadt wieder in die U-3- Betreuung einsteigt. Ist das schon Wahlkampfgetöse?
Sebastian Lankes: Nein, das ist es nicht. Wir haben das von langer Hand geplant und der Gemeinderat hat den Amtsbericht einstimmig beschlossen. Darauf bin ich stolz. Was die Vergabe angeht, so wird das zuständige Amt jetzt Richtlinien erarbeiten.

Ihre Plätze kosten 200 Euro im Monat. Bei Privaten zahlen Eltern oft das Doppelte. Können Sie deren Kritik nachvollziehen, die Stadt mache ihnen Konkurrenz?
Ich sehe es aus Sicht des Bildungspolitikers vielmehr als zusätzliches Angebot für die Eltern. Für die sind Öffnungszeiten von 6.30 bis 17 Uhr attraktiv. Und: Wir starten klein, es dreht sich um 24 Plätze, also drei Mal acht Kinder, verteilt auf drei Stadtteile.


Die Standorte sind umstritten. Es heißt, die Stadt eröffne Krabbelgruppen, wo längst keine Leute mit kleinen Kindern mehr wohnen.
An den Standorten Wagingerstraße (Liefering), Rositten (Leopoldskron) und Kendlerstraße (Maxglan) verfügen bestehende Einrichtungen über freie Räume - auch weil in den direkt benachbarten Siedlungen die Kinder von damals groß geworden sind. Trotzdem hat es aus unserer Sicht Sinn, diese bestehenden Räume zu nutzen. Wir adaptieren sie im Herbst um 30.000 Euro, sodass die Krabbelgruppen mit 1. Jänner 2019 starten können. Wir schaffen dadurch übrigens auch neun neue Dienststellen.


Im Kulturausschuss beschäftigen Sie sich mit der Rauchmühle. Ein Prestigeprojekt nennen es Gegner.
Sehe ich nicht so. Für die Stadt Salzburg ist das die einmalige Möglichkeit, Teile eines solchen Industriebaus zu kaufen. Der Lösung, die Mühle für offene Ateliers und Werkstätten zu nutzen, kann ich viel abgewinnen, weil es ein völlig neuer Weg ist. Rundum hat sich an der Glan viel getan: Es wurde gebaut, renaturiert, die Gegend mit Radwegen erschlossen. Der Zwickel zwischen drei Stadtteilen ist auch mit dem Bus gut erreichbar. Warum also die ganze Kultur- und Kreativschiene auf die Altstadt konzentrieren?

Ganz kurz noch...

Ich bin zuverlässig und ein geselliger Typ.

In fünf Jahren möchte ich weiterhin politisch aktiv sein, vor allem in kultur- und bildungspolitischen Agenden.

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt: Elsas Geschichte

Dieses Ereignis hat mein Leben verändert: Als ich meiner jetzigen Frau damals in der Mensa begegnet bin.


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