Politik

Gut Guggenthal: Naturschutzbund bekämpft Abriss

Der Naturschutzbund hat Beschwerde eingebracht, weil dort Fledermäuse und Eidechsen leben.

Nach einer Beschwerde muss der Abriss noch warten.  SN/Anton Prlic
Nach einer Beschwerde muss der Abriss noch warten.

Während die Eigentümer von Gut Guggenthal mit einem Investor über einen möglichen Verkauf des Ensembles um die abgebrannte Brauerei verhandeln, stemmt sich der Salzburger Naturschutzbund weiter gegen den Abriss des ehemals denkmalgeschützten Gebäudes.

Ende Juni war der Abrissbescheid der Brauerei von der Bezirkshauptmannschaft kundgemacht worden. Im Juli brachte der Naturschutzbund dann eine Beschwerde gegen den Abriss ein. "Wir haben verlangt, dass dort Schutzgebiete ausgewiesen werden", sagt Naturschutzbund-Geschäftsführer Hannes Augustin.

Seiner Ansicht nach seien einige Punkte bezüglich des Naturschutzes in der Brauerei noch nicht geklärt. So lebe in der abgebrannten Brauerei die Kleine Hufeisennase - eine sehr seltene Fledermausart. "Hier könnte man sogar EU-rechtlich einhaken", sagt Augustin.

Des Weiteren befänden sich zwischen der Brauerei und der Gaisberg-Landesstraße Erdfälle: Geologische Besonderheiten, an denen Kalkalpen und Flysch aneinanderstoßen. "Da pilgern Geologen aus ganz Österreich her, um sich das anzusehen."

Zudem gebe es zahlreiche Reptilien und Amphibien auf dem Grundstück. "Wenn man jetzt mit dem Abriss beginnt, könnten Erdkröten und Zauneidechsen in dem Areal sein. Darauf wurde bisher noch gar nicht geachtet."

Prinzipiell gehe es dem Naturschutzbund gar nicht darum, den Abriss zu verhindern, sagt Hannes Augustin. "Nachdem sich nun ein neuer Käufer dafür interessiert, scheint es mit dem Abriss nicht so dringend zu sein. Man sollte sich erst einmal Gedanken machen, was man dort will, und dabei auf den Schutz der Arten Rücksicht nehmen. Deshalb haben wir jetzt die Bremse ins Getriebe geschmissen."

Die Bezirkshauptmannschaft hat die Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht weitergegeben. Das verlangte vom Naturschutzbund Nachbesserungen, die Ende vergangener Woche eingereicht wurden. Nun muss das Verwaltungsgericht über die Beschwerde entscheiden. Bis dahin darf nicht abgerissen werden.

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