Politik

Herbst 2021 ist Baustart für 250 Wohnungen am Dossenweg

Büro aus Zürich hat den Wettbewerb gewonnen. Die Vergabe beim preisgedeckelten Eigentum dürfte am Ende per Zufallsgenerator erfolgen.

Seit Mittwoch früh ist die Katze aus dem Sack - und das Ergebnis des Architekturwettbewerbs beim Wohnbauprojekt Dossenweg/Berchtesgadner Straße bekannt: Das Architekturbüro Harder Spreyermann Architekten aus Zürich konnte in der Jurysitzung überzeugen und den Architekturwettbewerb für das neue Wohnbauprojekt im Salzburger Stadtteil Gneis für sich entscheiden. Das hat der Bauherr des Projekts, der gemeinnützige Wohnbauträger Heimat Österreich, per Aussendung bekannt gegeben.

Die drei Fixstarter aus dem sogenannten moderierten Verfahren - also dem Masterplan im Vorfeld, bei dem auch die Anrainer einbezogen wurden - sind Frötscher Lichtenwagner Architekten aus Wien, Strobl Architekten ZT GmbH aus Salzburg und Carla Lo Landschaftsarchitektur aus Wien.

Großes Lob der Jury für die Schweizer Architekten

Im Juryprotokoll heißt es über das Siegerprojekt: "Der Entwurf spielt geschickt mit den vom Masterplan vorgegebenen Gebäudevolumen. Durch eine differenzierte Ausformulierung der einzelnen Baukörper in Grund- und Aufriss entsteht eine maßstäblich gelungene Verzahnung innerhalb des neuen Quartiers - aber auch mit der bestehenden Nachbarschaft."

Ausgehend von einer klaren Fassung an der Berchtesgadner Straße und einer eindeutigen Kante zum neuen Quartiersplatz würden die Gebäude zu den benachbarten Einfamilienhäusern im Osten kleinteiliger gegliedert und so "einen adäquaten Übergang in die bestehende Siedlung und zum Grünraum" bilden, ist dort weiters zu lesen - und: "Die einheitliche Fassadengestaltung über alle Bauteile ist eine wohltuende Ergänzung zur differenzierten und heterogenen Raumbildung. Auch die angebotene Wohnungstypologie - speziell im Ostteil der Anlage - ist strukturell gekonnt angelegt und bietet in allen Bereichen besonnte Wohnungen mit gut proportionierten, privaten Freiräumen. Es gelingt den Verfassern, aus den engen Vorgaben der Ausschreibung spezielle Projektqualitäten zu entwickeln."

Siegerprojekt wurde mit nur einer Gegenstimme gekürt

Der Bauherr, Heimat-Österreich-Direktor Stephan Gröger, ist mit dem Siegerprojekt sehr zufrieden, wie er sagt: "Es war auch unser Wunschprojekt. Denn manche andere Projekte wären schwerer umsetzbar gewesen - und hätten zum Teil auch die Kriterien des Auslobers nicht erfüllt." Am Ende habe sich die Jury daher relativ rasch geeinigt, sagt der Baumanager. Was ihn besonders freut: "Auch die Anrainer hatten ein Stimmrecht - und auch sie waren für das genannte Siegerprojekt. Am Ende gab es nur eine Gegenstimme."

Limit für preisgedeckelte Eigentumswohnungen dürfte einhaltbar sein

Eine offene Frage war bis zuletzt aber, ob die strikten Preisvorgaben der Politik bei diesem Projekt in Bestlage auch tatsächlich von der Wohnbaugenossenschaft eingehalten werden können. Gröger ist jetzt, nach dem Wettbewerb, hier optimistischer als noch im Vorfeld: "Wir bekommen hoffentlich mit 1. November die neuen Richtlinien für die Wohnbauförderung, die gerade in Begutachtung sind. Sollte sie so kommen, wie angekündigt, dann gehe ich davon aus, dass der Projektteil mit den Mietwohnungen laut den Kriterien der Wohnbauförderung baubar ist."

In Summe werden am Dossenweg rund 250 Wohnungen gebaut - davon gut die Hälfte geförderte Mietwohnungen. Weiters umfasst das Projekt auch noch einen Kindergarten und eine Arztpraxis. Eine Premiere ist, dass es bei den rund 100 Eigentumswohnungen - ein Teil davon ist Baurechtseigentum, ein Teil "echtes" Eigentum - einen strikten Preisdeckel der Stadtpolitik gibt, der in einem Raumordnungsvertrag fixiert wurde: Wohnungen im Baurechtseigentum dürfen maximal 3800 Euro pro Quadratmeter kosten; "echtes" Eigentum maximal 4600 Euro pro Quadratmeter. Vor allem bei diesen beiden Limits hatte Gröger im Vorfeld bereits Zweifel über die Einhaltbarkeit geäußert. Nun ist der Heimat-Österreich-Chef aber auch hier eher zuversichtlich: "Wir müssen aufgrund des Preisdeckels noch gemeinsame Lösungen mit dem Gestaltungsbeirat finden. Aber wir gehen davon aus, dass wir mit den Architekten auch bei diesem Teil das Preislimit erfüllen."

Spatenstich soll im Herbst 2021 sein

Aber wie ist der Zeitplan? Wie schnell kann am Dossenweg der Baubeginn erfolgen? Gröger: "Wenn alles gut läuft, wird der geplante Spatenstich im Herbst 2021 erfolgen. Die Bauzeit wird in Summe drei Jahre betragen. Ende 2024 wird das Projekt dann ganz fertig sein. Die ersten Wohnungsübergaben könnten aber schon im Laufe des Jahres 2024 sein." Er weist außerdem darauf hin, dass sich Anrainer und andere Interessierte die Entwürfe für die Siegerprojekte auch im Vorfeld ansehen können: Denn eine Ausstellung der Modelle werde ab 23. Oktober in der Kammer der Ziviltechniker, Architekten und Ingenieure in der Bayerhamerstraße 14 geöffnet sein, sagt Gröger.

Eigentums-Vergabe soll im Streitfall mittels Zufallsgenerator erfolgen

Strittig ist aber noch, wie das günstige Eigentum vergeben wird: Konsens ist, dass die Bewerber aufgrund von sozialen Kriterien vorausgewählt werden. Aber was ist, wenn mehrere Bewerber gleichen Anspruch haben? Vizebgm. Barbara Unterkofler (ÖVP): "Unser erster Vorschlag ist eine technische Variante - also dass unter Anwesenheit des neuen Wohnungs-Vergabebeirates der Computer mittels Zufallsgenerator eine Reihung vornimmt, die dann vom Ausschuss beschlossen wird." Auch die FPÖ ist für diese Variante, SPÖ und Bürgerliste lehnen sie aber strikt ab. Beschließen müsse den Vergabemodus aber am Ende der Senat oder der Gemeinderat, heißt es.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 04:22 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/herbst-2021-ist-baustart-fuer-250-wohnungen-am-dossenweg-93862297

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