Politik

Hochwasserschutz im Zeller Becken: Bauarbeiten starten

4700 Einwohner und 700 Gebäude werden dadurch vor Hochwasser geschützt. Gleichzeitig entsteht ein neues Naherholungsgebiet.

Die Bauarbeiten für das größte Hochwasserschutzprojekt des Landes Salzburg im Zeller Becken sind in vollem Gange. Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrat Josef Schwaiger machten sich am Freitag beim offiziellen Baustart persönlich ein Bild vom Fortschritt des Projekts.

"Der Hochwasserschutz Zeller Becken ist ein Jahrhundertprojekt", sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer. In Bruck und Zell am See würden etwa 4700 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 700 Gebäude geschützt. Das reiche von Einfamilienhäusern über Schulen bis hin zu großen Betrieben. Die Kosten lägen bei 22,2 Millionen Euro. Im Vergleich dazu würde bei einem 100-jährlichen Salzach-Hochwasser in dieser Region ein Schaden von 70 Millionen Euro entstehen. "Die Investition ist also jeden Euro wert."
Insgesamt werde die Salzach auf 3,5 Kilometern Länge zwischen Bruck an der Glocknerstraße und Kaprun um etwa 20 Meter verbreitert. So entstehen 6,35 Hektar neue Wasserfläche und die Uferböschungen werden abgeflacht. "Es entsteht ein neues Naherholungsgebiet. Die bisher steilen Böschungen verschwinden und der Fluss wird für die Bevölkerung sowie für die Gäste erlebbar", sagt Haslauer. Gleichzeitig fände eine ökologische Aufwertung der Salzach statt. Der Hochwasserschutz bringe neben mehr Sicherheit für Tausende Bürger auch mehr Lebensqualität, mehr Naturraum und mehr Entwicklungsmöglichkeiten für die betroffenen Gemeinden.

Aufgrund der Komplexität des Projekts und zur Klärung ressortübergreifender Fragen wurde Landesrat Josef Schwaiger von der Landesregierung als Koordinator für den Hochwasserschutz Zeller Becken eingesetzt. So ist beispielsweise der Hochwasserschutz die Basis für die geplante neue Umfahrung in Zell am See, wobei die jeweilige Planung abgestimmt werden muss.

Landesrat Josef Schwaiger erwähnt beim Baustart den Obmann des Wasserverbands, Helmut Haslinger. "Er hat ganz entscheidend zu einer Einigung aller Beteiligten und damit zum Gelingen des Projektes beigetragen. Sein Einsatz bei unzähligen Gesprächen mit den Grundeigentümern hat den Ausschlag für die Einigung gegeben, die mit allen Betroffenen erzielt werden konnte. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, ist solch ein Jahrhundertprojekt möglich", sagt Schwaiger.

Fertigstellung im Jahr 2020

Bereits im Sommer dieses Jahres wurden Vorarbeiten erledigt, etwa die Errichtung der Baustraßen. Zurzeit sind die Hauptarbeiten in vollem Gange. Es wird derzeit an der Salzachaufweitung zwischen Kapruner Ache und Mayreinödbrücke gearbeitet. Zudem werden Schutzdämme am Aufhausner Bach und im Retentionsraum Brucker Moos errichtet. Für die nächsten Monate bis zum Sommer 2018 ist der komplette Neubau der Mayreinödbrücke über die Salzach geplant und es stehen weitere Aufweitungen der Salzach sowie die Schüttung von Schutzdämmen im Bereich Bruck West, beim Schüttgut und beim Golfplatz auf dem Programm. Auch mit der Errichtung des Straßen- und Hochwasserschutzdammes für die Umfahrung Schüttdorf sollte bis zum nächsten Sommer begonnen werden. "Derzeit liegen wir sowohl zeitlich als auch mit den Kosten im Plan. Der Hochwasserschutz Zeller Becken sollte im Jahr 2020 abgeschlossen sein", sagt Landesrat Schwaiger.

Daten & Fakten

* 701 Objekte und 4700 Bewohnerinnen und Bewohner werden geschützt
* 250 Hektar Retentionsraum werden dauerhaft sichergestellt
* 3,6 Millionen Kubikmeter Retentionsvolumen im Jahrhunderthochwasser-Fall werden ausgenutzt
* 6,3 Hektar neue Gewässerfläche auf 3,5 Kilometern Salzachstrecke werden geschaffen
* Kosten: 22 Millionen Euro
* Finanzierung: Bund (84,20 Prozent) 18,524 Millionen Euro, Wasserverband Zeller Becken (15,8 Prozent) 3,476 Millionen Euro.

Quelle: SN

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