Politik

Homeoffice: AK besteht auf Freiwilligkeit und klare Regeln

50.000 Beratungen hat die Salzburger Arbeiterkammer in der Coronakrise durchgeführt. Wichtigstes Thema war dabei die Arbeit zu Hause. Bis es gesetzliche Regelungen gibt, rät die AK zu konkreten Vereinbarungen mit dem Dienstgeber.

Symbolbild SN/APA/BARBARA GINDL
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42 Prozent der Beschäftigten in Österreich waren während der Corona-Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr in Heimarbeit. Allerdings hätten auch schon davor zehn Prozent die Möglichkeit wahrgenommen, von zu Hause aus zu arbeiten, sagt Karin Hagenauer vom Arbeitnehmerschutz der Salzburger Arbeiterkammer. "Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben", sagt Hagenauer. Eine Umfrage der AK habe zudem ergeben: 72 Prozent der Beschäftigten wollen das auch weiterhin machen, allerdings wollen sie die Wahl haben, sagt Hagenauer.

Schnelle Umstellung auf Heimarbeit als Herausforderung

Die schnelle Umstellung auf Heimarbeit habe viele vor Herausforderungen gestellt, sagt AK-Beraterin Hagenauer. "Ein Drittel der Beschäftigten sagt, dass man zu Hause mehr geleistet hat als sonst in der Arbeit. 26 Prozent bemängelten ihre räumliche Ausstattung im Homeoffice." Nahezu alle hätten private Internetzugänge genutzt. Allerdings gab es nur bei einem Drittel der Beschäftigten Vereinbarungen, wer dafür die Kosten zu übernehmen habe.

Viele offene rechtliche Fragen

Die Frage nach den Kosten für private Internetzugänge sei eine von vielen gewesen, die in der AK-Rechtsberatung gestellt worden seien, sagt AK-Rechtsexperte Heimo Typplt. "Das Thema Arbeitszeit spielte auch eine große Rolle. Zudem haben sich viele von ihren Chefs über die Maßen kontrolliert gefühlt. Manche berichteten von unzähligen Telefonaten, wo es längst nicht mehr um Dienstliches ging." Zum Thema Arbeitszeit - wonach dieselben Zeiten einzuhalten sind, wie wenn in der Firma gearbeitet wird - konnte die AK Auskunft geben. Bei Unfall- und Haftungsfragen seien aber nach wie vor Fragen offen, sagt Heimo Typplt. Mittlerweile gebe es zwar eine gesetzliche Regelung, wonach zu Hause prinzipiell eine Unfallversicherung gegeben sei. Allerdings sei nicht klar, welche Räume damit abgedeckt sind. "Hier ist unsere Forderung, dass der Versicherungsschutz für die ganze Wohnung gilt: Die wenigsten haben zu Hause ein eigenes Arbeitszimmer." Bei Haftungsfragen für Schäden gebe es nach wie vor viele offene Fragen. "Hier wünschen wir uns bald gesetzliche Regelungen, damit wir auch Auskunft geben können. Sollte es keine geben, wird die Arbeiterkammer in Musterverfahren diese Rechtssicherheit herstellen."

Nicht mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im Homeoffice

Salzburgs AK-Präsident Peter Eder fordert jedenfalls bald klare rechtliche Regelungen für die Arbeit zu Hause. Ein wichtiger Punkt sei dabei, dass die Heimarbeit immer freiwillig sein müsse. "Niemand darf dazu gezwungen werden." Wichtig sei ihm auch, dass nicht mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice abgewickelt werden solle. Bis es gesetzliche Regelungen gebe, müsse die Heimarbeit in Vereinbarungen mit dem Dienstgeber abgewickelt werden. Unternehmen mit Betriebsräten seien hier in einer besseren Situation. "Wir haben in den Beratungen viele Betroffene ohne Betriebsrat. Hier kann das Homeoffice nur in Einzelvereinbarungen geregelt werden."

Quelle: SN

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