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Impfpflicht soll kommen: Krankenhausmanager fürchtet Kündigungen

Minister Wolfgang Mückstein kündigte am Freitag eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe an. Diese wird in der Branche sehr kontrovers gesehen.

Die Pflicht ruft – aber wird der Ruf alle ereilen? SN/APA/THEMENBILD/HERBERT NEUBAUER
Die Pflicht ruft – aber wird der Ruf alle ereilen?

Für großes Rumoren in vielen Gesundheitseinrichtungen sorgte die Ankündigung von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Freitag, dass für Gesundheitsberufe eine Impfpflicht kommen solle.

Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken, sieht das mit großer Skepsis: "Das wird auf große Widerstände stoßen. Und die Widerständler werden sich nicht impfen lassen." Er geht auch davon aus, dass man durch eine Impfpflicht weiter Pflegepersonal verlieren werde, auch wenn die Maßnahme bundesweit gelten soll und die Impfverweigerer nicht mehr so leicht in andere Bundesländer ausweichen könnten.

Friedrich Hoppichler, ärztlicher Direktor der Barmherzigen Brüder in Salzburg, begrüßt die Impfpflicht für Gesundheitsberufe. Das sei man den Patienten gegenüber schuldig. Was Impfdurchbrüche im Gesundheitsbereich betrifft, sagte Hoppichler, dass derzeit Ärzte und Pflegekräfte den dritten Stich erhielten. "Wir können uns in den Spitälern keine Cluster erlauben."

Sehr skeptisch ist LKH-Betriebsrat Markus Pitterka angesichts der Maßnahme. "Ich halte die Impfpflicht für den letzten Weg. Man muss die Leute überzeugen, nicht zwingen." Das Gesundheitspersonal sei jetzt schon am dichtesten durchgeimpft, auf die komme es jetzt nicht an. "Ich werde als Gewerkschafter jeden unterstützen, der gegen diese Maßnahme vorgehen möchte."

Beim Hilfswerk würden seit der Ankündigung die Telefone heiß laufen, sagt Geschäftsführer Hermann Hagleitner. Er begrüße die Maßnahme prinzipiell. Man müsse sich aber darauf einstellen, dass man dadurch mit Sicherheit Mitarbeiter verlieren werde. "Wir werden uns die Versorgungssituation überlegen müssen." Kurzfristig sieht er dann durch die Personalknappheit die Notwendigkeit, die Regeln der Pflegegesetze zurückzunehmen. "Wir haben mit der Maßnahme so lange gezögert, dass es Turbulenzen geben wird."

Das Hilfswerk hat genauso wie nun die Stadt Salzburg für neue Mitarbeiter bereits eine Impfpflicht eingeführt. Salzburgs Sozialstadträtin Anja Hagenauer begrüßt die Maßnahme. "Ich finde das richtig und es ist auch ein Wunsch vieler Mitarbeiter." In Bereichen, wo man es mit den verletzlichsten Personen zu tun habe, sei das eine wichtige Maßnahme. "Ich bin selbst ausgebildete Lehrerin und würde mir das für die Schulen auch wünschen."

Auch Grünen-LH-Stv. Heinrich Schellhorn begrüßt den Vorstoß des Ministers. "Die Träger haben Angst, dass ihnen die Leute davonlaufen. In der Situation, in der wir uns befinden, ist eine Impfpflicht jetzt aber eine wichtige Maßnahme."

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