Politik

Impfprämie: Sechs Salzburger Gemeinden erfüllen derzeit die Voraussetzung

Trotz der Zuwendungen durch den Bund kommt unter Bürgermeistern keine Euphorie auf.

Dorfgastein verfügt nach Dienten, Rauris und Fusch über die höchste Impfrate im Bundesland (Symbolbild). SN/APA/BARBARA GINDL
Dorfgastein verfügt nach Dienten, Rauris und Fusch über die höchste Impfrate im Bundesland (Symbolbild).

Der Nationalrat hat am Donnerstag nicht nur die Impfpflicht beschlossen, sondern auch ein Anreizsystem auf den Weg gebracht. Neben einer Impflotterie sollen rund 400 Millionen Euro an Gemeinden fließen. 75 Millionen Euro davon will der Bund ausschütten, um Impfkampagnen in den Orten zu finanzieren. Der Rest soll als Prämien an jene Gemeinden gehen, die hohe Impfquoten aufweisen. Maßgeblich ist die impfbare Bevölkerung, also ab fünf Jahren. Die Auszahlungssumme steigt, wenn die Impfrate in den Gemeinden 80, 85 bzw. 90 Prozent überschreitet. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) rechnete am Donnerstag vor, dass eine Gemeinde mit 3000 Einwohnern mit einer Quote von 80 Prozent 30.000 Euro erhalten könnte, bei 85 Prozent wären es 60.000 Euro und bei 90 Prozent 120.000 Euro.

Zeit haben die Gemeinden bis Ende 2022 - dann sollen diese Maßnahmen auslaufen. Bisher erfüllen laut Auswertung der Landesstatistik fünf von 119 Salzburger Gemeinden die Voraussetzungen für eine kommunale Impfprämie. Die höchste Durchimpfungsrate hat Dienten, wo 85,7 Prozent der über Fünfjährigen als vollimmunisiert gelten. Auch Rauris (83,7 Prozent), Fusch (83,1 Prozent), Dorfgastein (81,9 Prozent), Lend (81,3 Prozent) und Weißpriach (80,5 Prozent) haben demnach den Grenzwert für diese Förderung überschritten.

"Das ist eine Wertschätzung für die Arbeit", sagt Dientens Bürgermeister Klaus Portenkirchner (SPÖ). Die Gemeindevertretung sei geschlossen hinter der Impfung gestanden. Der Erfolg sei in erster Linie auf den engagierten Hausarzt zurückzuführen, der auch Lend mitbetreut. Dennoch fällt Portenkirchners Reaktion auf die in Aussicht gestellte Prämie verhalten aus. Denn die Fronten seien verhärtet. "Weil die Gemeinde Geld bekommt, gehen die Leute nicht impfen", sagt er.

In Bad Gastein fehlen nicht mehr viele Stiche auf die Prämie - dort sind 79,2 Prozent der Bewohner vollständig geimpft. Dennoch klingt auch Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP) nicht besonders angetan vom Plan der türkis-grünen Bundesregierung, der von der SPÖ mitgetragen wird. "Jedes Geld, das man kriegt, nimmt man natürlich. Aber ich halte das für überflüssig." Er wundere sich über das Bild, das man offenbar von den Gemeinden habe - denn man habe sich schon bisher bemüht, möglichst viele Bürger zur Impfung zu bewegen. Wie Portenkirchner glaubt Steinbauer nicht, dass Geld für die Gemeinden die Impfungen vorantreiben wird. "90 Prozent und mehr - das halte ich für theoretisch."

Anderorts klingen selbst 80 Prozent eher nur theoretisch erreichbar, vor allem im Tennengau. Dort befinden sich mit St. Koloman (56,8 Prozent), Scheffau (59,4 Prozent) und Krispl (60,2 Prozent) jene drei Gemeinden, die landesweit die niedrigste Impfquote aufweisen.

Aufgerufen am 26.05.2022 um 07:17 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/impfpraemie-sechs-salzburger-gemeinden-erfuellen-derzeit-die-voraussetzung-115855144

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