Politik

Impfstart in Salzburgs Spitälern: Auch Familienmitglieder wurden geimpft

Im Tauernklinikum Zell am See habe man Angehörige von Personen geimpft, die selbst nicht geimpft werden konnten. Generell gab es eine hohe Impfbereitschaft in den Spitälern.

Am Freitag wurden die ersten Dosen der Coronavirus-Impfung an Personal in Salzburgs Spitälern verabreicht. 2000 Impfungen standen in den Spitälern für diesen vorgezogenen Impfstart zur Verfügung.

Am Tauernklinikum standen am Freitag 150 Impfdosen zur Verfügung. Wie auch in anderen Spitälern stand in Zell am See die Impfung von Personal in der Covid-Versorgung an erster Stelle. Der ärztliche Leiter Rudolph Pointner bestätigte SN-Informationen, wonach bei der Impfaktion auch Familienangehörige des Krankenhauspersonals geimpft wurden. Das sei in "zwei Handvoll Fällen" passiert, sagt Pointner. Es habe Mitarbeiter gegeben, die aufgrund einer Erkrankung nicht geimpft werden konnten, so habe man die Angehörigen geimpft. Aus den 150 gelieferten Dosen habe man gesamt 179 Impfungen aufziehen können, weil die Packungen großzügiger gefüllt werden. Der Andrang zu der Impfung sei sehr groß gewesen, sagt Pointner.

600 Impfdosen für Landeskliniken

In den Salzburger Landeskliniken standen am Freitag 600 Impfdosen zur Verfügung.

Geimpft würden prioritär "alle impfbereiten Personen, die direkt im Bereich der Covid-Versorgung eingesetzt sind - konkret betrifft das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unikliniken für Innere Medizin II und III, der Uniklinik für Anästhesie und Intensivmedizin sowie der Landesklinik St. Veit", hieß es am Freitag in einer Aussendung der SALK. Der Krisenstab der Salzburger Landeskliniken hatte bereits Anfang Dezember eine Projektgruppe zur Vorbereitung und Durchführung der Impfung eingerichtet, der vorgezogene Start stelle daher keine allzu große Herausforderung dar.

"Die vorzeitig gelieferten Dosen geben uns eine Art Vorsprung, den wir sinnvoll und zielgerichtet nutzen. Es ist aber auch ein Beispiel dafür, wie flexibel wir unseren Impfplan für Salzburg halten müssen, damit wir bei unvorhergesehener Verfügbarkeit und Zuweisung von neuen Dosen sofort reagieren können", betonte LH-Stv. und Gesundheitsreferent Christian Stöckl. "Je früher wir besonders exponierte Gruppen, wie eben auch jene Menschen, die auf den Covid-Stationen arbeiten, impfen können, desto besser."

Primar Richard Greil ließ sich als einer der Ersten im Salzburger Uniklinikum impfen. SN/salk/wildbild
Primar Richard Greil ließ sich als einer der Ersten im Salzburger Uniklinikum impfen.

Zu den ersten Geimpften zählten die Vorstände der Unikliniken für Innere Medizin II und III, Uta Hoppe und Richard Greil. "Ich lasse mich impfen, weil es eine Chance ist, die Pandemie zu durchbrechen. Ich halte den Impfstoff für sicher", betonte Hoppe. Für Greil ist die Impfung "mit Abstand die beste Möglichkeit des persönlichen Schutzes". Der Leiter der stationären Covid-Versorgung betonte dabei auch seine Vorbildwirkung: "Man weiß aus der Literatur und aus der Praxis, dass das die stärkste Wirkung auf Zweifler hat." Da derzeit noch nicht geklärt sei, ob auch geimpfte Personen das Virus weitergeben können, müssten die Schutzmaßnahmen weiterhin voll eingehalten werden.

360 Mitarbeiter in Schwarzach geimpft

Im Klinikum in Schwarzach wurden 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft. Auch im zweitgrößten Spital des Landes wurden zuerst jene Mitarbeiter geimpft, die in der Covid-Versorgung tätig sind. Auch Personal, das in Bereichen mit hohem Expositionsrisiko durch Aerosole tätig ist - etwa in der HNO-Abteilung -, bekam in der ersten Phase eine Impfung. Für die weitere Planung werden in Schwarzach Anmeldungen entgegengenommen, die Bereitschaft für eine Impfung sei sehr hoch.

Bis Ende Jänner erwartet Salzburg wöchentlich eine Lieferung von jeweils 3900 Einzeldosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs, danach sollen es laut Aufstellung des Bundes nach und nach mehr werden. "Unser Ziel ist es, in der kommenden Woche weitere 20 Seniorenwohnhäuser durchzuimpfen", so Stöckl. Wann die erste Lieferung des bereits zugelassenen Vakzins von Moderna in Salzburg ankommen wird, ist noch nicht bekannt. Eines steht laut Stöckl jedoch fest: "Je breiter wir mit den Impfstoffen aufgestellt sind und je mehr dadurch verfügbar wird, desto besser ist es und desto schneller können wir die Verabreichung ausweiten."

Weitere Impfstrategie nächste Woche vorgestellt

Die weitere Impfstrategie gegen SARS-CoV-2 will das Land in einer Online-Pressekonferenz nächste Woche vorstellen. Das erklärte ein Sprecher von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) nach der Videokonferenz zwischen Bund und Ländern am Freitag auf APA-Anfrage. Zur Impfung der Bevölkerung seien auch Impfstraßen und Impfungen im Bereich der niedergelassenen Ärzte vorgesehen. "Das ist ein wesentlicher Bestandteil der Strategie. Die Details werden jetzt ausgearbeitet."

Haslauer habe sich vehement dafür eingesetzt, dass die Bundesländer die Verantwortung für die Verimpfung des Coronaimpfstoffs vom Bund übertragen bekommen. Nun könne Salzburg die Impfungen selbst abwickeln. Der Bund liefere die Impfdosen nach dem Bevölkerungsschlüssel.

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