Politik

In der Stadt-SPÖ ist der Krisenmanager gefragt: "Werden das geradebiegen"

Ein SPÖ-Gemeinderat, der zur ÖVP überläuft. Und eine außer Kontrolle geratene Debatte über alte Fahrzeuge. SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger räumt im SN-Gespräch ein, dass er "einen steinigen Weg" gehe - "und Krisen managen muss". Wie er das "wieder geradebiegen" und in sieben Monaten Harald Preuner schlagen will.

SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger weiß selbst, dass die angezettelte Debatte über verschenkte Fahrzeuge derzeit „nicht gut ankommt“.  SN/robert ratzer
SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger weiß selbst, dass die angezettelte Debatte über verschenkte Fahrzeuge derzeit „nicht gut ankommt“.

Der Wechsel von Osman Günes zur ÖVP hat die Stadt-SPÖ am Freitag auf dem falschen Fuß erwischt. SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger macht daraus keinen Hehl.

Wie sehr schmerzt Sie der Wechsel Ihres Mandatars zur ÖVP? Bernhard Auinger: Menschlich hat mich das am Freitag tief getroffen. Ich hätte für vieles Verständnis gehabt, aber dass man als Gemeinderat ausgerechnet zu jener Fraktion wechselt, die einem 2014 den Job bei der Versicherung gekostet hat - das ist für mich unverständlich. Aber es war meisterlich vorbereitet von der ÖVP.

Und wie sehr schmerzt der Wechsel politisch? Da sehe ich es nicht ganz so dramatisch. Die Mehrheitsverhältnisse in den Ausschüssen und im Senat bleiben die gleichen.

Die Stadt-SPÖ ist nach dem Abgang Heinz Schadens völlig außer Tritt, oder täuscht der Eindruck? Dass es seit der Verurteilung im Swap-Prozess nicht ganz so einfach ist, das streite ich nicht ab. Es ist ein steiniger Weg, aber man muss auch Krisen managen. Ich habe seit zwölf Monaten nur Gegenwind, aber ich bin keiner, der beim ersten Sturm davonläuft. Ich gehe ein hohes Tempo, das hat vielleicht bei anderen zu Nervosität geführt. Aber ich werde ja auch für's Arbeiten bezahlt.

Die SPÖ thematisiert verschenkte Altfahrzeuge. Schadet das Thema der Partei nicht mehr als es nützt? Dass uns die Debatte momentan schadet, bestreite ich überhaupt nicht. Es kommt logischerweise nicht gut an, aber wir werden das wieder gerade biegen. Damit man weiß, worum es uns geht: Die SPÖ hat nie gesagt, sie ist gegen das Verschenken. Wenn man darüber nachdenkt, kann es nur im Sinne aller sein, dass der Gemeinderat entscheidet, an wen diese Fahrzeuge gehen. Und nicht zwei bis drei Personen allein.

Wie wollen Sie in sieben Monaten die Wahl gewinnen? Ich bin viel unterwegs bei den Menschen und versuche, sie für mich zu begeistern. Diese Wahlen werden zu Persönlichkeitswahlen. An meinem Bekanntheitsgrad sollte es nächstes hoffentlich nicht mehr scheitern. Es wird sicher wieder ein enges Rennen um den Bürgermeister. Und ich denke, es wird eine Richtungsentscheidung werden, ob das ganze Land und der Bund auf Dauer ÖVP-geführt sein sollen.

Hat die SPÖ eine Umfrage? Nein, haben wir nicht. Ich halte relativ wenig davon, mitten in einem Wirbel so eine Umfrage zu machen. Ich könnte mir vorstellen, dass das derzeit nicht so gut aussieht. Ich habe persönliche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die stimmen mich positiv.

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