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In Salzburg stieg Kriminalität am stärksten: 10 Prozent mehr Delikte

Vor allem Vorfälle am Salzburger Hauptbahnhof führten zu der größeren Zahl. Cybercrime stieg am stärksten an.

Das Innenministerium präsentierte am Montag die Kriminalitätsstatistik des vergangenen Jahres. Auffällig war dabei, dass die Zahl der angezeigten Delikten vor allem im Bundesland Salzburg besonders stark anstieg. Hier wurden im Jahr 2016 um 9,2 Prozent mehr Delikte angezeigt. Im Jahr 2016 lag die Zahl bei 33.168, im Jahr 2015 bei 30.366.

Anstieg der niederschwelligen Delikte

Laut Polizei ist das vor allem auf einen Anstieg bei den niederschwelligen Delikten zurückzuführen. So seien vor allem Suchtgiftdelikte, Gewaltdelikte und Eigentumsdelikte angestiegen. Ein Hotspot sei hier der Salzburger Hauptbahnhof. Österreichweit stieg die Zahl der angezeigten Delikte um etwa vier Prozent.

Größte Steigerung bei Cybercrime

Bei Einbruchsdiebstählen in den Wohnraum gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung von 9,5 Prozent. 2016 wurden 60 Einbrüche mehr angezeigt als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsrate sank in diesem Bereich auf 7,5 Prozent. Bei Gewaltdelikten gab es eine Steigerung um 10,1 Prozent. Hier konnte die Polizei 86,5 Prozent aller Delikte klären. Am größten war der Anstieg der Delikte beim Cybercrime. Hier stiegen die angezeigten Fälle von 522 auf 632. Dies bedeutet einen Ansteig von 21,1 Prozent. Die Aufklärungsrate lag in diesem Bereich im Vorjahr bei 35,9 Prozent.

So sieht es in ganz Österreich aus

Im Vorjahr gab es österreichweit um 3,8 Prozent mehr Anzeigen. Große Zunahmen wurden in den Bereichen Cybercrime und Wirtschaftskriminalität verzeichnet, Rückgänge bei Kfz-Diebstählen und Einbrüchen. Ein Plus gab es auch bei Gewaltdelikten.

Hier stiegen die angezeigten Fälle von 40.333 auf 43.098 im Jahr 2016. Fast um ein Drittel stiegen Cybercrime-Delikte, von 10.010 auf 13.103 Anzeigen im Vorjahr. Eine Zunahme von 10,9 Prozent gab es bei Wirtschaftskriminalität.

Um zehn Prozent zurück gingen Diebstahlsanzeigen von Kraftfahrzeugen, konkret von 3.326 Fällen auf 2.994. Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser gingen gar um 16,4 Prozent zurück. Wurde dieses Delikt 2015 noch 15.516 mal angezeigt, waren es im darauffolgenden Jahr 12.975 Fälle - so wenige, wie zumindest seit 2007 noch nie.

Experten hatten bereits im Vorfeld der Veröffentlichung massive Kritik geäußert. So sei der Anstieg vor allem auf das Konto von Kontrolldelikten zurückzuführen. Der Kriminalsoziologe Reinhard Kreissl kritisierte die fehlende wissenschaftliche Begleitung und sprach von einer Argumentation mit nicht haltbaren Zahlen.

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Quelle: SN

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