Politik

Kampf gegen Transitverkehr: Auch das Mattigtal rüstet sich nun gegen Lkw-Lawine

Im Flachgau soll ein Fahrverbot für Transit-Lkw auf den Landstraßen kommen. Nun will Oberösterreich nachziehen: SPÖ und Grüne beantragen Tonnagebeschränkung für B 147 und B 156 für den Bezirk Braunau.

So wie im Salzburger Flachgau (im Bild: Lamprechtshausen) nimmt die Belastung durch Transit-Lkw im Mattigtal immer mehr zu. SN/robert ratzer
So wie im Salzburger Flachgau (im Bild: Lamprechtshausen) nimmt die Belastung durch Transit-Lkw im Mattigtal immer mehr zu.

Er habe vollstes Verständnis für das geplante Fahrverbot auf den Flachgauer Landesstraßen Und begrüße das Vorhaben vom Salzburger Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP). Der Transitverkehr nehme immer weiter zu. Auch jenseits der Grenze. Erich Rippl, Friedburger Bürgermeister und Verkehrssprecher der SPÖ Oberösterreich, fordert dringende Maßnahmen für die Regulierung des Schwerverkehrs auch durch das Mattigtal im Bezirk Braunau. "Damit der Bezirk Braunau nach dem Ausbau der A94 nicht unter die Räder kommt."

Denn durch den Ausbau der deutschen A 94 - die geplante Bundesautobahn soll künftig München mit Passau verbinden - gebe es die begründete Befürchtung, dass es im Bezirk Braunau an der B 147 und der B 156 zu einem massiven Anstieg der Verkehrszahlen kommt. Darauf weise auch die Oberösterreichische Umweltanwaltschaft hin. Der Abschnitt von der Anschlussstelle Pocking bis zur Stadt Simbach und dann weiter über die genannten Bundesstraßen bis nach Salzburg zur A 1 stellt einen internationalen Korridor für die Nord-Süd Verbindung dar. Gleichzeitig ist das bestehende höherrangige Straßennetz bereits jetzt in den Spitzenstunden an seinen Kapazitätsgrenzen. Nachdem mehrere Petitionen aus der Region für eine Transitbeschränkung durch das Mattigtal von Schwarz-Blau abgelehnt wurden, werden SPÖ und Grüne im Landtag aktiv. Sie stellen in der Sitzung am Donnerstag einen gemeinsamen Antrag, der den drohenden Ausweichverkehr durch das Mattigtal stoppen soll.

"Brauchen ein flächendeckendes Mautsystem"

"Wir brauchen generell ein flächendeckendes Mautsystem für den Lkw-Transport über alle Straßen, sodass sich Ausweichrouten nicht mehr lohnen. Eine Tonnagebeschränkung für die konkret betroffenen Abschnitte ist demgegenüber eine kurzfristig umsetzbare und somit rasch wirksame Lösung. Ob auf 7,5 oder 3,5 Tonnen, das müssen die Experten entscheiden", sagt Rippl und bekommt dabei Unterstützung vom Grünen Verkehrssprecher Severin Mayr. "Obwohl sogar der Umweltanwalt ein Durchfahrtsverbot für Mautflüchtlinge vorschlägt, ignorieren ÖVP und FPÖ auf Landesebene die Anliegen der Gemeinden und unternehmen nichts gegen den drohenden Transit durchs Mattigtal. Schwarz-Blau sieht kein Problem beim Lkw-Verkehr und ignoriert die Belastung der Bevölkerung durch Lärm und Abgase."

Der steigende Verkehr verursacht nicht nur verstopfte Straßen, sondern belastet durch Lärm und Luftschadstoffe auch Mensch und Umwelt. Darüber hinaus sind durch den steigenden Lkw-Verkehr auftretende erhöhte Sicherheitsbedenken durchaus nicht von der Hand zu weisen. "Wir setzten uns dafür ein, dass die Menschen nicht noch stärker vom Lkw-Transit belastet werden. Der Transit gehört auf die Schiene, nicht auf die Straße. Ein Durchfahrtsverbot für Lkw liegt auf der Hand, regionale Lkw sind davon natürlich auszunehmen", so Mayr.


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