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Keine Live-Wetten, drastische Strafen: Land verschärft Regeln für Wettlokale

Nicht mehr jeder darf ohne Voraussetzungen ein Wettlokal eröffnen. Die Strafen gegen Verstöße werden drastisch erhöht, Live-Wetten verboten.

Keine Live-Wetten, drastische Strafen: Land verschärft Regeln für Wettlokale SN/robert ratzer
Für Wettlokale gelten schon bald neue gesetzliche Rahmenbedingungen.

Das alte "Buchmacher- und Totalisateuregesetz" mit gerade einmal drei Seiten Inhalt und neun Paragrafen stammt in Salzburg noch aus dem Jahr 1994. Seither sind die Wettlokale vor allem in der Stadt Salzburg wie Pilze aus dem Boden geschossen. LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne) legt jetzt den Entwurf für ein neues Wettunternehmergesetz mit 38 Paragrafen vor, das noch im Dezember im Landtag beschlossen werden soll. Gemeint sind mit dieser Regelung großteils die Sportwetten-Lokale, wie sie vor allem in der Nähe des Hauptbahnhofes und in Salzburg-Lehen zu finden sind. Bislang konnte jede Person ein Wettlokal eröffnen, ohne jegliche Voraussetzungen. Das ändert sich jetzt.

Ab 2017 gilt: Wer ein Wettbüro eröffnet, muss künftig eine Zuverlässigkeitsprüfung (mit einem wirtschaftlichen Nachweis von mindestens 100.000 Euro) durchlaufen, braucht ein Spielerschutz-Konzept und ein Wettreglement. Die Bewilligung wird nur mehr auf zwei Jahre ausgestellt und muss danach alle fünf Jahre erneuert werden. Im neuen Gesetz ist auch geregelt, dass die Behörde Zutritt erhält und nicht mehr wie bisher vor verschlossenen Türen steht, wenn sich eine Kontrolle anbahnt. Wer dagegen verstößt, wird mit mindestens 5000 Euro, maximal 25.000 Euro gestraft. Wer zwei Mal eine Strafe erhält, dem wird die Bewilligung entzogen.

Sperren für mindestens sechs Monate

An Wettterminals gibt es künftig nur noch personalisierte Wettkundenkarten, die nicht an Unter-18-Jährige ausgegeben werden dürfen. Bei dieser Wettkundenkarte gibt es künftig die Möglichkeit der Selbst- und Fremdsperre. Soll heißen: Ist ein Spieler spielsuchtgefährdet, kann er vom Lokalbetreiber gesperrt werden. Oder er kann sagen, dass er sich selbst sperren lassen will. "Diese Sperre kann frühestens nach sechs Monaten wieder aufgehoben werden", sagt Rössler. Live-Wetten, etwa auf die nächste gelbe oder rote Karte in einem Fußballspiel, sind künftig gänzlich verboten. Die Wettunternehmer müssen künftig auch ein elektronisches Wettbuch führen, das die Behörde fünf Jahre lang einsehen kann.

Wer das ganze kontrollieren soll? Laut Rössler das Land, und damit die Bezirkshauptmannschaften. Von dem neuen Gesetz sind auch bestehende Wettlokale umfasst. Sie haben sechs Monate nach Inkrafttreten Zeit, die Voraussetzungen zu erfüllen und nachzuweisen.

Das Wettunternehmergesetz gilt rein für Wettlokale, nicht also für das illegale Glücksspiel, denn die gesetzliche Zuständigkeit dafür liegt beim Bund. Das Land hofft aber, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Denn in Wettlokalen würden sich häufig auch die Glücksspielautomaten befinden. "Es war höchst an der Zeit, dass wir das Gesetz reformieren und zeitgemäß an den Spielerschutz anpassen", sagt Rössler.

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