Politik

KH Schwarzach bangt um Pflegeausbildung Innergebirg

Mit einem lachenden und weinenden Auge wurde kürzlich die Verleihung von 23 Pflegediplomen im Krankenhaus Schwarzach gefeiert.

Viel Grund zum Feiern, aber auch zum Nachdenken an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Krankenhaus Schwarzach: 23 Absolventen konnten dort kürzlich ihre Diplome entgegennehmen. Auch Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stv. Christian Stöckl kam zum Gratulieren. Die Schule steht aufgrund der seit kurzem geltenden Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz aber vor Herausforderungen: Mit dem Ausbildungsangebot zur neuen "Pflegefachassistenz" erweist sich die Schule zwar als Vorreiter, und auch ein Kurs zur neuen "Pflegeassistenz" werde im Herbst starten. Die seit 2011 angebotene akademische Pflegeausbildung zum "Bachelor of Science in Nursing" in Schwarzach sei derzeit allerdings nicht gesichert.

"Der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegekräften wird in unserer Gesellschaft weiter steigen, auch Innergebirg", erklärte Direktorin Agnes Wimmer. Das Ziel müsse sein, in Schwarzach weiterhin Pflegepersonal in allen Ausbildungsstufen auszubilden, um sowohl die Qualität als auch die benötigte Quantität mitgestalten zu können. Die Gesetzesnovelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes schreibe die Kürzung der Ausbildung zur neuen "Pflegefachassistenz' auf zwei Jahre vor - hier biete Schwarzach ab Oktober einen zweijährigen Lehrgang mit 16 Teilnehmern an. "Daneben möchten wir aber auch weiterhin für den gehobenen Pflegedienst unser erfolgreiches duales '2in1-Modell Pflege' in Kooperation mit der PMU Salzburg anbieten. Das ist jedoch gesetzlich über 2024 hinaus leider nicht mehr gesichert."

1500 Pfleger seit 1958

Die Ausbildung von Pflegekräften hat in Schwarzach Tradition. 1958 wurde die Schule gegründet und seit damals wurden 1500 Personen ausgebildet. Heute bewerben sich pro Jahr 160 Ausbildungswillige um 55 freie Plätze. Dazu kommen - in Kooperation mit dem AMS - jährlich 20 Ausbildungsplätze zum "Plegehelfer" (neu: "Pflegeassistenz").

Ludwig Gold, Geschäftsführer im Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhaus, betont den hohen Wert der einzigen Möglichkeit zur umfassenden Pflegeausbildung außerhalb der Landeshauptstadt Salzburg: "Es ist erwiesen, dass gerade in der Pflege nur eine regionale Ausbildung später auch die regionale Versorgung sichert. Viele der Azubis aus der Region Innergebirg entscheiden sich aufgrund der Schulnähe für eine Ausbildung zum Pflegeberuf in Schwarzach." Es sei enorm wichtig, den Ausbildungsstandort in Schwarzach für alle Stufen der Pflegeausbildung auch für die Zukunft zu sichern. Die Politik müsse daher die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, um Partnerschaften wie derzeit mit der PMU weiterhin zu ermöglichen.

Stöckl: "Weichen müssen frühzeitig gestellt werden."

Stöckl betonte, dass für die Zukunft der akademischen Ausbildung die Weichen frühzeitig gestellt werden müssen, "damit diese auch weiterhin gesichert ist". Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Schwarzach sei eine unverzichtbare Ausbildungseinrichtung für Menschen aus dem Pongau, Pinzgau, Lungau. 45 % der Absolventen der Schwarzacher Schule stammen aus dem Pongau, gefolgt vom Pinzgau (20 %), Lungau (15 %), dem restlichen Bundesland Salzburg (10 %). Die übrigen 10 % kommen aus den angrenzenden Bundesländern.

Mit der am 1. September 2016 in Kraft getretenen Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz wurden vom Gesetzgeber drei Berufsgruppen innerhalb des Pflegedienstes festgelegt: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege auf akademischem Niveau (Bachelor-Ausbildung in Schwarzach in Form des "2in1-Modell Pflege" in Kooperation mit PMU; anschließender Master-Abschluss in Salzburg möglich), Pflegefachassistenz (2-jährige Ausbildung) und Pflegeassistenz (entspricht der heutigen "Pflegehilfe"; 1-jährige Ausbildung). Neben der Verteilung der bisher ausgeübten Tätigkeiten von zwei auf drei Berufsgruppen werden gleichzeitig auch weitere Aufgaben vom ärztlichen Dienst an die Pflegekräfte übertragen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 21.09.2018 um 10:22 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/kh-schwarzach-bangt-um-pflegeausbildung-innergebirg-1030693

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